Heute bin ich

Nach dem Bilderbuch von Mies van Hout

ab 4 Jahren

»Wenn ich wütend bin, was geht dann in mir drinnen vor?«
Stimmungen, Gefühle und Gedanken treffen auf der Werkstatt-bühne des Jungen Theaters aufeinander. Sie kommen miteinander ins Gespräch, ringen, tanzen, singen, streiten. Mit viel Musik,
Bewegung und Spaß am Experiment gehen die drei Spieler auf Ent-deckungsreise: Wie fühlt es sich an, wenn wir traurig oder glücklich sind? Wie klingt Wut? Gibt es Gefühle, für die wir keine Worte finden? Was genau ist eigentlich Angst? Und wie kann man mit ihr tanzen?
Ausgehend von Mies van Houts preisgekröntem Bilderbuch
»Heute bin ich« erkunden Franziska Henschel und ihr Team die vielfältige Welt der Gefühle.
Für Kinder und alle, die neugierig sind.

Regie und Bühne: 
Franziska Henschel
Kostüm: 
Anna Kleihues
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 45 Minuten
Dr. Isabella Kreim, Kulturkanal – 20.04.2015
» ... vergnüglich, überraschend und beglückend ... «

»Mit welchen Farben, mit welcher Musik, mit welchen kleinen Geschichten Gefühle ausgedrückt werden können, ist überraschend und vergnüglich in der neuesten Produktion ›Heute bin ich‹ des Jungen Theaters am Stadttheater Ingolstadt zu erleben.
Heute bin ich …  neugierig, verwirrt,  wütend, betrübt,  mutig oder einfach„huch!“ … und das merke ich daran...
Ja woran? Wie kann man Gefühle, Stimmungen, Empfindungen erklären, beschreiben, ausdrücken? Und zwar für Kinder ab 4 Jahren?

Regisseurin Franziska  Henschel hat sich mit ihren drei Darstellern Joana Tscheinig, Benjamin Kneser und dem Musiker Ardhi Engl auf eine phantasievolle, überraschende, witzige, einfallsreiche  Entdeckungsreise begeben und erzählt mit Farben, Geräuschen und kleinen Geschichten, wie sich Neugier, Wut oder Freude anfühlen. z.B. ›betrübt‹: Blaue Tinte wird in ein Wasser-Öl-Gemisch getropft und auf die weißen Wände projiziert,  Benjamin Kneser klappt die beleuchteten Fühler seines Astronautenhelms nach unten, Ardhi Engl streicht Düsteres auf seinem „Stangerlbass“, einem nur mit einer Seite bespannten Rohr vom Baumarkt. Joana Tscheinig wandelt als düster verschleiertes Medusen-Ungeheuer die Wand entlang, sodass sich die Kleineren fast ein wenig fürchten und froh sind, wenn diese Stimmung wieder vorbei ist und sich in einen rockigen Tanz auflöst. (...)

Grundlage für diese Projektentwicklung des Jungen Theaters ist das preisgekrönte Bilderbuch von Mies van Hout, das aus nichts weiter besteht als aus 20 verschiedenen Bildern von einem Fisch auf schwarzem Grund und jeweils einem einzigen Adjektiv, das dem farblichen und mimischen Ausdruck des Fisches zugeordnet ist. Das Bilderbuch regt dazu an, mit Kindern über das ins Gespräch zu kommen, was selbst Erwachsene oft schwer verbalisieren können: Gefühle. Das Team, zu dem auch Dramaturg Michael Isenberg und Kostümbildnerin Anna Kleihues gehören, musste also erst einmal Grundlagenforschung in Sachen Stimmungen und Empfindungen betreiben, um diese Theateraufführung  auch mit kleinen Texten zu entwickeln. (...)

Diese 40 Theaterminuten rufen jedenfalls auch bei den Kindern sehr unterschiedliche Gefühle hervor. Lustig ist das Spiel mit drei Stühlen auf Rollen, die, mit einem Gummiband aneinander gebunden,  aus der Reihe tanzen und  - vor allem zum Amüsement der Erwachsenen - zu allerlei absurd-philosophischer Denkakrobatik verführen.

(...) diese  Entdeckungsreise ins Reich der Gefühle ist nie gefühlig-sentimental und tappt nicht in die zahlreichen Gefühlsklischeefallen. - Und zum Schluss das Wunschgefühl der Selbsterkenntnis beim  Blick aller drei Darsteller in den Spiegel. ›Heute bin ich Ich.‹ Und so fühlen sich diese 40 Theaterminuten vergnüglich, überraschend und beglückend an.«

Friedrich Kraft, Neuburger Rundschau – 20.04.2015
»Reizvoll und kindgerecht ... «

»(...) Dekliniert werden in einer Folge von Miniszenen die alltäglichen Gefühlswelten Freude, Wut, Angst, Neugier etc., Etüden über all das, was große und kleine Menschenherzen bewegt.
Franziska Henschel führt Regie und hat die Bühne als weiß ausgehängten Guckkasten eingerichtet. Für künstlerische Mitarbeit zeichnet Michael Isenberg, für die fantasievollen Kostüme Anna Kleihues verantwortlich. Reizvoll und kindgerecht erweist sich das situationskomische Spiel am Rande des Absurden, mit trickreichen Überraschungseffekten, Tanzeinlagen und Lichtspielereien. Die Darsteller Joana Tscheinig und Benjamin Kneser machen alles bestens. Der dritte im Bunde, Ardhi Engl, wirkt als Schauspieler, vor allem sprachlich, etwas laienhaft, verdient sich aber Lorbeeren in seinem Hauptberuf als Musiker, hier spezialisiert auf die Tonerzeugung mit ungewöhnlichen Instrumenten wie Schläuchen und Rohren. Bei der Premiere waren vor allem die Kleinen in den ersten Zuschauerreihen bei der Sache mit Kommentaren und Ratschlägen für die Akteure. Am Ende wurde die 45-minütige Aufführung mit viel Beifall bedacht.«