Das große Lalula

Projektentwicklung nach Christian Morgenstern

Junges Theater mobil für alle ab 3 Jahren

Ein gewöhnlicher Mann durchlebt seinen wohlgeordneten Alltag. Er trinkt Tee, isst Croissant, liest Zeitung. Doch etwas ist heute anders. Was hat es mit den seltsamen Worten auf sich, die seinem Mund entschlüpfen und ein Eigenleben zu führen scheinen?
»Kroklokwafzi? Sememeni!«
Unerklärliche Dinge geschehen. Löffel fliegen, der Tisch bewegt sich, die Beine tanzen von allein! Die Welt des Mannes  verändert sich und er macht sich auf zu einer Reise in fantastische Welten.  Auf dem Grunde des Ozeans schwimmen, durch die Wolken fliegen – das alles ist auf einmal möglich. Aber wäre es zu zweit nicht noch viel schöner?

Christian Morgensterns Nonsens-Gedicht »Das große Lalula« bildet den Hintergrund für das verspielt-clowneske, aber auch nachdenkliche und poetische Stück. Mit einfachen Mitteln wird aus einem kleinen Alltag, eine große träumerische Reise und das Junge Theater mobil lädt alle zum Mitkommen ein.
 

Regie und Konzept: 
Julia Mayr
Ausstattung: 
Dorina Csiszár
Premiere am ,
Theater mobil
Dauer: 35 Minuten
Isabella Kreim, Kulturkanal Ingolstadt – 10.03.2014
».....wunderschön surreale, pantomimisch-clowneske Reise...«

Wie kann man aus Christian Morgensterns Nonsens-Gedicht „Das große Lalula“ ein Theaterstück für Kinder ab 3 Jahren machen? Julia Mayr, die Leiterin des Jungen Theaters Ingolstadt kann.

Sie hat eine wunderschön surreale, pantomimisch-clowneske Reise vom magischen Frühstückstisch aufs Meer, in die Wolken, in den Dschungel und zurück erfunden. Und der Silbensalat von Christian Morgenstern kann dabei immer andere Bedeutungen annehmen.

Michael Amelung tritt in schwarzem Anzug und Hut wie ein  Stummfilm-Komiker auf. Der Hut rotiert auf der Tür, anstatt an einem Haken hängenzubleiben.

Er setzt sich an einen runden, mit einer schwarz-gelb-gepunkteten Decke gedeckten Frühstückstisch. Und hantiert mit einem Teebeutel an einer viel zu langen Schnur.

Er liest Zeitung, in der merkwürdige Dinge stehen. Eben der Buchstabensalat aus Morgensterns Gedicht.

 

Wundersame Dinge geschehen: Eine mit einem gelben langen Seidenhandschuh bedeckte Hand greift aus dem Tisch, schüttet viel zu viel Zucker in die Teetasse, lässt Blumen in der Vase erscheinen und verschwinden, reicht einen Löffel, zerrt an der Zeitung, lässt das Croissant auf dem Teller verschwinden oder reicht es dem Mann wieder. Zauberei?

Aber nicht nur die Dinge, auch die Beine des Manns mit Hut machen sich selbstständig. Und schließlich steht er vor einer Wand und hat plötzlich zwei Hände mehr, mit denen er seine Brille zurechtrücken kann – oder unendlich lange Arme oder Beine, mit denen er mühelos am anderen Ende der Wand herausgreifen kann.

 

Später taucht und schwimmt der Mann hinter einer Wand – und seine Beine ragen dabei weit nach oben. Das blaue Tuch als Wasser wird zum Himmel, auf dem sich weiße Wölkchen niederlassen wie in einem Bild von Magritte - und der Mann kann fliegen.

Natürlich stecken  hinter all dieser Magie zuerst die Arme, dann die Beine der Tänzerin Maria Nieves Tietze, die schließlich zu einem lustigen Tiere-Raten sichtbar wird. Michael Amelung und Maria Tietze erscheinen mit wenigen Accessoires als Maikäfer, Flamingo, Affe oder Schildkröte.

 

Die beweglichen Wände mit ihren Tapetenornamenten und einer Drehtür und die liebevollen Requisiten und Kostümteile von Ausstatterin Dorina Cziszar halten auch für Erwachsene viele Überraschungen bereit.

Und schließlich erweist sich Christian Morgensterns Nonsens-Gedicht als wunderbar lautmalerischer Flirt-Text zwischen dem Mann mit Hut und der Frau im schwarz-gelb-gepunkteten Kleid -  die ja vielleicht „Lula“ heißt?

 

„Das große Lalula“ von Julia Mayr: 35 Minuten  zum Staunen und  Schmunzeln voller Überraschungen und Poesie für Kinder ab 3 Jahren und alle, die zum Staunen jung genug geblieben sind.