rundgeradekrumm / © Mariam Avaliani

rundgeradekrumm

ab 2 Jahren

Projektentwicklung von Kathrin Lehmann

Was ist denn das? Sowas hat Thalia noch nie gesehen. Neugierig nähert sie sich dem seltsamen Apparat, dessen Form so ganz anders ist, als alles, was sie kennt. Die Entdeckungslust ist geweckt und so lädt Thalia ihre kleinen Gäste ein, den Apparat mit seinen Hebeln, Knöpfen und Drehkreuzen zusammen mit ihr zu erforschen. Schnell hat sie durchschaut, wie sich der Automat bedienen lässt. Jeder Auslöser gibt eine andere geometrische Form frei, welche eine zauberhafte Geschichte in sich birgt. Thalia taucht dabei in unbekannte Welten und lässt ganz alltägliche Dinge in neuem Licht erscheinen.

Als Vorreiter in Bayern legt das Junge Theater ein besonderes Augenmerk auf diese besondere Zielgruppe in der Spielplangestaltung. Theater für Zweijährige, das bedeutet behut­sames, sensibles Materialtheater. Bei den Vorstel­lungen zum Zuschauen und Mitmachen können die Allerkleinsten die traumhafte Welt der Bühne für sich entdecken. Ob das funktioniert, kann man sich bei einer Vorstellung von »rundgeradekrumm« anschauen.

Theater von Anfang an. Das Kleinstkindertheater ist in Deutschland angekommen, immer mehr ­Theatermacher widmen sich dieser besonderen Theaterform. Die Allerkleinsten werden dabei als vollwertiges Gegenüber mit eigener Persön­lichkeit ernst genommen. Spielerisch und ganz ­natürlich werden die Kinder ab zwei Jahren an das Medium Theater herangeführt und lernen dabei ganz natürlich kulturelle Prozesse kennen.

Regie: 
Kathrin Lehmann
Theatervermittlung: 
Kathrin Lehmann
Ausstattung: 
Christina Huener
Dramaturgie: 
Anna Stegherr
Wiederaufnahme am ,
Schnecke/Foyer Großes Haus
Dauer: 40 Minuten
Friedrich Kraft, Augsburger Allgemeine/Neuburger Rundschau – 10.02.2015
» ... schlichtweg zauberhaft.«

»Spielstätte ist die sogenannte ›Schnecke‹, eine Ecke im Foyer des Stadttheaters. Dort hat man ein Mini-Theaterzelt aufgebaut. Die Schauspielerin Joana Tscheinig als Thalia, benannt nach der griechischen Muse der Dichtung, lockt herein mit Seifenblasen. Kinder, Mamas und Papas kauern auf dem Fußboden, müssen vorher die Schuhe ausziehen.An einem Prospekt voller Geheimnisse, einer Art Maschine, gibt es viel zu entdecken und auszuprobieren: eine Kullerbahn, Rädchen, Lichter, große und kleine Kugeln, eine Drehorgel, Kartons. Und Bestaunen der geometrischen Elemente Rund, Gerade, Krumm.
Das sind auch die einzigen Worte, die Thalia in diesem Stück vor sich hinhaucht. Sonst nur stummes, clowneskes Spiel, das Kleine wie Große bezaubert. Immer wieder gebannte Stille, unterbrochen vom Glucksen über komische Effekte. Einige Kleinkinder fühlen sich animiert, kriechen vor, müssen wieder eingefangen werden. Am Ende aber dürfen alle mitspielen: Die Theaterfee hat aus einer Schachtel runde und eckige Pappstücke ausgeschüttet, die dringend in die Aussparungen auf der kleinen Spielfläche gesetzt werden müssen. Mit allgemeiner Emsigkeit endet die 40-minütige Aufführung.
Die Theaterpädagogin Kathrin Lehmann hat dieses wunderbare Projekt für die Allerkleinsten ideenreich erfunden und liebevoll eingerichtet im fantasievollen, perfekt funktionierenden Bühnenbild von Christina Huener. Joana Tscheinig spielt schlichtweg zauberhaft. Sie und das Theater Ingolstadt würden allein für diese kleine Köstlichkeit einen Preis verdienen.«

Dr. Isabella Kreim, Kulturkanal – 09.02.2015
» ... Kinderseelen gut tut.«

»So zauberhaft, heiter, charmant  und neugierig wie Joana Tscheinig wünscht man sich Thalia, die Muse der Theaterkunst, die die ganz Kleinen zum Staunen, Lachen und einfach Zugucken verführt.
Sie spielt seit letzten Samstag für Kinder ab 2 Jahren ›Rundgeradekrumm‹. Theaterpädagogin Kathrin Lehmann ist eine Verfechterin des europaweiten Trends ›Theater von Anfang‹ an und hat nach ›Frau Weiß sieht Rot‹ nun diese zweite Theaterproduktion für die Allerkleinsten entwickelt.
Dazu ist  im obereren Theaterfoyer wieder ein weißes Zelt aufgebaut, ein geschützter Raum, in dem die Kinder und Erwachsenen auf dem Boden sitzen, auf der gleichen Ebene, auf der die Schauspielerin ohne Rampe und Bühnenpodest agiert. Und 40 Minuten lang herrscht große Aufmerksamkeit. Kein Kind quengelt oder wendet erschrocken den Blick vom Geschehen, manchmal kommentieren sie was sie sehen. (...)
Ausstatterin Christina Huener hat eine Phantasiehaus-Zauberwand errichtet, deren Geheimnisse sich spielerisch erkunden lassen. Vor allem wenn man dazu eine Kurbel dreht und damit Musik ertönt, je nachdem wie schnell oder auch rückwärts Thalia kurbelt.  Drehkreuze,  Hebel und Knöpfe lassen sich bewegen und geben dann einen Ball, ein Dreieck oder eine Schachtel frei, in der sich viele kleinere Schachteln und schließlich eine Stoffpuppe  befinden, die sich  in einen Fesselballon setzen und davonfliegen kann. Wenn Thalia ihre Socken auszieht, sind auf ihren Fußsohlen grimassierende Gesichter. Wie komisch sieht ein singender Mund aus, wenn die Schauspielerin kopfüber und mit auf dem Kinn aufgeklebten Nasenlöchern die Lippen bewegt! Kugeln können einige Rampen herunter rollen und, eine  Klingel passierend, in einem Loch in der Wand  verschwinden. Und schließlich wird ein Rundbogenausschnitt der Wand zur Mini-Theaterbühne, das heißt  zum Aquarium, in dem Fische und Schildkröte zu bestaunen sind. Viele kleine zauberhafte und überraschende Geschichten werden erzählt, charmant und liebevoll. Die Grundfarben sind gelb und ein helles Zimt, so freundlich-fröhlich wie die Bluse und das Schürzenkleid der Theatermuse Thalia.
Joana Tscheinig hat eine, man verzeihe das altmodische Wort ›liebreizende‹,  freundliche, strahlende Ausstrahlung, mit der sie 40 Minuten lang auch die Kleinsten in ihren Bann ziehen kann. Und die Erwachsenen sowieso.
Das beginnt bereits im unteren Foyer vor den Garderoben. Die Schauspielerin bläst Seifenblasen in Augenhöhe der Kinder, die, kaum dass sie laufen können, unbefangen danach haschen. Und schließlich dürfen alle Kinder Kreise, Dreiecke und Quadrate in die ausgestanzten Löcher im Teppichboden des Bühnenzelts legen. Solche Legespiele haben Regisseurin Kathrin Lehmann zur Grundidee dieser Theaterproduktion inspiriert.
Kathrin Lehmann und Thalia-Darstellerin Joana Tscheinig haben ihre Zielgruppe erreicht. Nichts ist hektisch, nichts ist langweilig und nichts ist erschreckend, das Erzähltempo und die kleinen Geschichten sind optimal an die Wahrnehmungswelt von Zwei, Drei- oder Vierjährigen angepasst.  Und zum Geheimnis dieser Interaktion gehört auch, wie Joana Tscheinig auch die emotionalen Qualitäten von Freude, Enttäuschung, Überraschung so fein und sensibel dosiert, wie es die Kleinen nachvollziehen können und es Kinderseelen gut tut. (...)«

Anja Witzke, Donaukurier – 03.02.2016
»Ein kleines Kunstwerk«

Begeistert äußert sich der Donaukurier über die Projektentwicklung »rundgeradekrumm«: »Theaterpädagogin Kathrin Lehmann hat sich eine Geschichte voller Überraschungen, Witz und Poesie ausgedacht, die die kleinen Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute gefangennimmt.«
Und lobt: »Ausstatterin Christina Huener hat mit ihrem Team ein kleines Kunstwerk im weißen Zelt in der Schnecke des Foyers geschaffen. (…) Hinreißend ist das gemacht – und hinreißend ist es auch gespielt von Joana Tscheinig. Das ganze Stück sprudelt über vor theatralen Ideen.«