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Gatte gegrillt - Pressestimmen

Friedrich Kraft, Augsburger Allgemeine – 21.10.2013
»... zwischen Erotik und Fresssucht ...«

 »Hier trifft die alte Theaterredensart zu von einem Schauspieler, der dem Affen Zucker gibt. Sascha Römisch macht das ganz extensiv in der schwarzen Komödie der Engländerin Debbie Isitt ›Gatte gegrillt‹. Stadttheater-Intendant Knut Weber hat das derzeit vielerorts gespielte Stück für das Studio im Herzogskasten inszeniert.

Nach der Premiere gab es einen Mordsbeifall - kurz nach einem tückischen Mord auf der Bühne. Opfer ist Kenneth, ein alternder Lüstling, der seiner treu sorgenden Ehefrau Hilary im Bett überdrüssig ist, aber nicht ihrer tollen Kochkünste. Er legt sich eine jüngere Geliebte namens Laura zu für den Sex, kann sich aber letztlich nicht entscheiden zwischen den Frauen und was sie zu bieten haben, lebt mit Lügen und kommt zwischen alle Mühlen. Eine Alltagsgeschichte, hier freilich mit kannibalischem Ausgang. Beide Gefährtinnen haben am Ende die Spielchen des dämlichen Machos satt, werden ihn verbraten, im Sinne des Wortes.

Römisch gibt die Paraderolle des zwischen Erotik und Fresssucht zerrissenen Kenneth furios, zappelt, windet sich, zieht Grimassen, haut auf den Putz – gibt dem besagten Affen Zucker bis an die Grenze des Erträglichen. Auch das will gekonnt sein – und dieser Schauspieler kann es.

Regisseur Weber hebt den gut gebauten, pointenreichen Boulevard-Text ins Surreale, lässt exzentrisch spielen vor schwarz-grün schimmernder Kulisse. Besonders eindrucksvoll die pantomimischen Tischszenen, vor allem wenn sich der Übeltäter zu Tode frisst. Die Personen der Handlung sitzen auf überhöhten Sesseln, die Kostüme (Charlotte Labenz) nähern sich etwas beliebig, aber fantasievoll altenglischem Stil an. Hinreißend in den Frauenrollen Chris Nonnast als bieder ondulierte Hilary und Joana Tscheinig, die erotische Laura mit giftig-roter Perücke, beide zickig jeweils auf ihre Weise.

Gut 90 Minuten höchst kunstvolle Klamotte, sehr unterhaltsam, stellenweise gewöhnungsbedürftig, aber empfehlenswert.«

Anja Witzke, Donaukurier – 20.10.2013
»Excellentes Schauspieltrio«

»Mit Chris Nonnast, Joana Tscheinig und Sascha Römisch hat der Regisseur ein exzellentes Schauspieltrio zur Verfügung, das diese Mischung aus Groteske, Komödie und Drama mit Lust, Fantasie und eindrucksvollem Körpereinsatz bedient.« lobt der Donaukurier die Inszenierung von Debbie Isitts Stück. »Weber findet […] eine herrliche Bühnensprache: grotesk, temporeich, bizarr, tragisch, bitterböse. « Auch die flaschengrüne skurrile Kulisse und die Maske tragen einen großen Teil zur »Künstlichkeit als Mittel der Entlarvung« bei. Am Ende »gibt’s im Publikum kein Halten mehr.«

Badische Neueste Nachrichten – 05.03.2018
»Herrliche Szenarien« - »Gestriges Thema flott aufbereitet […]«
Die Premiere von »Gatte gegrillt« am Kammertheater Karlsruhe »wurde begeistert beklatscht«. Durch die »flotte[ ], komplett überdrehte[ ], fast comichhafte[ ] Inszenierung wirkt es [das Stück] so abgefahren, dass sich die Zuschauer köstlich amüsierten«. »Gatte Gegrillt« wird als »bitterböse[s] Stück« beschrieben, das »als überkandidelte Farce, ein bisschen im Stile von ›Rocky Horror Picture Show‹« inszeniert wurde. Durchweg positive Resonanz erhalten die Schauspieler: »Vor allem die darstellerischen Leistungen konnten überzeugen. Wie die drei Schauspieler hier aufdrehen, überdrehen, durchdrehen ist schon eine echte kleine Sensation«. Hinsichtlich des Umstandes, dass das Stück ohne Requisiten auskommt, schreibt die Rezensentin: »Da trennt sich die Spreu vom Weizen und der wirklich gute Künstler vom Laien: Diese drei Darsteller vermögen mit rein imaginären Zutaten die herrlichsten Szenarien heraufzubeschwören.«
Badisches Tagblatt – 05.03.2018
»Schwarzer Humor, grüne Bühne«

Das »grelle[ ] Trio in ›Gatte gegrillt‹ [hält] anderthalb Stunden lang das Premierenpublikum im K2 des Karlsruher Kammertheaters in Bann« und überzeugt durch »ihr komödiantisches Schauspiel, [das] sinnliche Strahlkraft und ausladende Plastizität« besitzt. »Zu ulkig die verzweifelten Bemühungen von Kenneth, großartig gespielt von Römisch, sich endlich wieder jung zu fühlen […]« und »maliziös und urkomisch auch die beiden lange belogenen und gekränkten Frauen […]«. Die drei Schauspieler »Chris Nonnast, Sascha Römisch und Mara Amrita liefern sich messerscharfe Dialoge« und »greifen […] wie aufgedrehte Rädchen perfekt ineinander«.