Ah heut is zünftig!

Einkarlvalentinundlieslkarlstadtabend

Tobias Hofmann und Thomas Unger werfen einen verliebten Blick in die Welt des größten Münchner Volkssängers Karl Valentin, der wie kein zweiter so lustvoll und treffend die Absurditäten und Verhinderungen des alltäglichen Lebens zu beschreiben wusste. Gemeinsam mit seiner kongenialen Partnerin Liesl Karlstadt realisierte Valentin eine Vielzahl unvergesslicher Dialoge und Szenen aus der die beiden gebürtigen Münchner für ihr Programm schöpfen.

 

Ein Valentinsches Allerlei – natürlich nicht mit keiner Musik!

Idee und Musik: 
Tobias Hofmann
Bühnenbild und Kostüme: 
Fabian Lüdicke
Premiere am ,
Kleines Haus
Dauer: 117 Minuten, mit Pause
Peter Skodawessely, Neuburger Rundschau – 17.11.2012
»...sehenswerter, wirklich ›zünftiger‹ Abend...«
»(...) Bei ›Ah heut is zünftig!‹ steht der geniale Komiker selbst, seine Szenen, seine Couplets und auch einige von ihm im Laufe des Lebens verfassten Briefe, die viel aussagen über seinen schwierigen, mit vielerlei Rückschlägen gepflasterten Berufsweg, eindeutig im Mittelpunkt. (...) Tobias Hofmann, meist den Karlstadt-Part gebend, und Thomas Unger als Karl Valentin verstanden es dabei ausgezeichnet, den Geist, das skurrile Denken und den Humor des 1948 in ärmlichen Verhältnissen Verstorbenen treffend widerzuspiegeln. Ein sehenswerter, wirklich ›zünftiger‹ Abend. Nicht nur für Liebhaber von Karl Valentin und Liesl Karlstadt.«
Christian Muggenthaler, www.christian-muggenthaler.de – 18.11.2012
»Nach Ingolstadt reisen heißt mitbewundern können«
»Am Stadttheater Ingolstadt bieten jetzt Tobias Hofmann, dortiger Generalmusikdirektor und Leiter der ›Bürgerkapelle‹, und Gast-Schauspieler Thomas Unger eine kleine Bühnenreise an, die auch hinter die Fassade der Valentinaden-Heiterkeit führt: Lustig genug bleibt das Unternehmen ja trotzdem. Im ›Einkarlvalentinundlieslkarlstadtabend‹ unter dem Titel ›Ah heut is zünftig‹ bleibt Zeit, neben Aufführung einiges Bekannteren auch Licht auf Korrespondenz und Katastrophen des Bühnenkünstlers zu werfen. Hofmann und Unger schaffen es, seine Wildwortwuchseskalationen kongenial auszubreiten. Und sie ziehen dem Ende zu eine Spur jener Melancholie ein, die das Scheitern Valentins nach seiner Erfolgszeit in den 20er Jahren nachempfinden lässt – und die in Nummern wie dem beim zweiten Hinschauen durch und durch tieftraurigen ›Der Firmling‹ schon längst durchscheint. Selten einmal wurde deutlicher, dass Valentins Komik vor allem aus dem Prinzip größtmöglicher Umständlichkeit entsteht. Er reagiert auf den Irrsinn der Welt, indem er ihn bis in den Alltag hinein verfolgt und entlarvt. Die beiden Schauspieler zeigen Valentins absurde Welten vermittels absurder Tätigkeiten im Nebenbei, etwa wenn Hofmann zu Beginn des berühmten ›Der Theaterbesuch‹-Sketches als bizarre Suppenköchin gelbe Rüben mit Schraubzwinge, Laubsäge und Küchernhammer zermalmt, während Unger mit den Geheimnisser der heimatlichen Schrankwand kämpft. […] ›Werkbewunderung‹ nennen sie dieses Tun, bei dem sie sich von mitspielenden Musikern begleiten lassen und auch biografische Hintergründe mitspielen lassen, etwa wenn Valentin einen Brief an seine Dauer-Geliebte Karlstadt vorliest und dann vor seiner Ehefrau versteckt. Nach Ingolstadt reisen heißt mitbewundern können.«
Isabella Kreim, Kulturkanal – 16.11.2013
»...treffen den Valentin-Ton...«
»(...) Musiker, Schauspieler und Münchner Tobias Hofmann und sein Schauspielkollege Thomas Unger, mit dem er in der letzten Saison ›Ein Münchner im Himmel und andere Schmankerl‹ aufbereitet hat, spielen nun leicht gekürzt die bekanntesten Valentin-Szenen wie ›Firmling‹, ›Theaterbesuch‹ und ›Orchesterprobe‹ oder den Antn-Traum, sie spielen auf der Zugflöte ›Solang der alte Peter‹ und treten als Varietékünstler mit den Schnaderhüpferln zum Karneval der Tiere auf. Dazwischen aber klingt in einigen wenigen Briefen Valentins so gar nicht komisches Leben an. Die ersten ziemlich frustrierenden Auftritte in Nürnberg, seine Geldsorgen in einem sarkastisch überschwänglichen Dankesbrief für 5 Reichsmark Zeitungshonorar, das privat schwierige Verhältnis zu seiner Bühnen- und Liebespartnerin Liesl Karlstadt und schließlich seine verzweifelte Situation in und nach dem Krieg, als den von vielen wie etwa Bert Brecht bewunderten Komiker niemand mehr sehen und hören wollte. Bereits der Bühnenraum von Fabian Lüdicke verweist auf die dunkle, kleinbürgerliche Enge als Hintergrund für den Aberwitz der Alltagskomik. In einer Bühnenwand aus aufeinander gestapelten Tischen, Kommoden, Schränken oder Nachtkastln nisten sich die beiden ein, etwa um über den richtigen Plural für Semmelnknödeln zu sprachphilosophieren Ein schön valentinesker Einfall: Tobias Hofmann in Kittelschürze und schlampiger Perücke säbelt hingebungsvoll mit einer Säge für Laubsägearbeiten die Gelben Rüben für die Suppe zurecht und füllt dann mit der Gießkanne Wasser in den Suppentopf, aus dem die ganze Lauchstange ragt. Tobias Hofmann und Thomas Unger verstehen es, mit grummeln und granteln, also eher durch Understatement als durch Servieren von Pointen den Valentin-Ton zu treffen. Und beim besoffenen Firmlings-Vater und der Chaosfeier im vornehmen Restaurant kommt auch die unterschwellige Tragik nicht zu kurz. Unterstützt wird das Duo durch drei Musiker und Ulrike Deschler, die – hier sei''s verraten – mit Radieschen in den Backentaschen als kurioser Varietékünstler, Musiker und Kellner auftritt. Radieschen! Ein Symptom, wie ansteckend Karl Valentins Problemlösungs-Logik bei den Proben gewesen sein muss. Die Orchesterprobe mit Dirigenten-Mobbing – zufällige Ähnlichkeiten mit den aktuellen Zuständen beim GKO sind natürlich gar nie nicht gemeint – endet mit Fliegeralarm. Und der KarlValentinLieslKarlstadtabend klingt ziemlich melancholisch in einer kaputten Welt aus.«