Ellis Biest

Stück von Karin Eppler nach der Bilderbuchvorlage von Martin Karau und Katja Wehner

Eine Reise mit Biest ab 3 Jahren

Kinderzimmer, 2012. – Immer Prinzessinnen zu malen ist doof. Elli erfindet stattdessen ein vergnügtes rosa Biest, das plötzlich quicklebendig wird, Elli zu verrückten Abenteuern überredet und ihre Welt komplett auf den Kopf stellt. Da werden Prinzessinnen geärgert, Drachen bezwungen, mindestens elf Spiegeleier verschlungen und natürlich wird auch noch eine Weltreise unternommen.
Ein anarchisches, spannendes Märchen – poetisch,  frech und voller Überraschungen – erzählt das Junge Theater mobil mit »Ellis Biest«. Wie das Abenteuer ausgeht, könnt ihr erfahren beim Anschauen einer der Aufführungen von »Ellis Biest«.

 
Biest: Weltreise!
Elli: Wie Weltreise?
Biest: Wir unternehmen eine Weltreise!
Elli: Jetzt?
Biest: Ja!
Elli: Es ist mir verboten allein auf die Straße zu gehen.
Biest: Du bist nicht allein ...
Elli: Stimmt.
Biest: ... und außerdem kann von gehen keine Rede sein. Wir fliegen natürlich.

Regie und Ausstattung: 
Leni Brem-Keil
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 35 Minuten
Isabella Kreim, Kulturkanal – 11.03.2013
»... Freiraum für Imagination ...«

»Zeichne dir deine Spielkameraden! Zeichne dir die Abenteuer, die du erleben willst! Zeichne einen Teppich, auf dem du in deiner Phantasie zur Weltreise  starten kannst, obwohl du nicht allein auf die Straße gehen sollst. Das ist die Botschaft der mobilen Kindertheaterproduktion ›Ellis Biest‹, die  in Kitas unterwegs sein wird, seit gestern aber auch im Jungen Theater in der Werkstattbühne für Kinder ab 3 Jahren zu sehen ist. Regisseurin Leni Brem und ihre beiden Darsteller Olivia Wendt und Peter Greif vermitteln viel vom Spaß am Erfindungsreichtum solcher Fantasieabenteuer.
Die Vorlage ist ein Bilderbuch von Martin Karau, das auch durch die Illustrationen von Katja Wehner preisgekrönt wurde. Für den Ingolstädter Programmzettel hat das Ingolstädter Schauspielerkind Greta Voss ein herrlich fantasievolles, buntes, fröhliches Biest mit 3 flügelartigen Armen, davon einer rot in Herzform, gezeichnet.

Olivia Wendt als Elli zeichnet zunächst einmal Prinzessinnen auf den weißen Paravent, der das einzige Bühnenelement ist, und schon lugen kleine Prinzessinnenpuppen hinter der Wand hervor, die sie nur noch abzuholen braucht. Und wenn ihr die Prinzessinnen Lydia I., Lydia II.  usw. trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere und Sprechweisen zu langweilig geworden sind, dann zeichnet sie sich ein rosa zackiges Biest – und es wird da sein. Peter Greif krabbelt im rosa Plüsch-Ganzkörperfell aus einer Klappe in der Wand. Und er macht alles mit, was Elli sich ausdenkt. Zunächst dieselben Gesten, dann die selben Fantasien.  Aber Ellis Biest wird auch zum Spielpartner, der eigene Ideen entwickelt. Er findet Prinzessinnen nämlich erst recht blöd, und so erfindet er einen Drachen, den er dann selbst als ritterlicher Drachentöter bekämpfen kann.
Sechs Schlangenarme mit aufklappbaren Mäulern winden sich durch Löcher in der Wand. Diese Hydra ist eine der besonders hübschen Überraschungen in diesem Spiel. Die Prinzessinnen, die sich schließlich mit Brille und Schnurrbart verkleiden und die  Drachenköpfe hat die erfahrene Kunstlehrerin Hilde Inderst fantasievoll und praktikabel gestaltet.
Spielerisch kann sich Peter Greif als Drachentöter austoben sowie mit den Versuchen, einen imaginären Motor zum Fliegen in Gang zu setzen. Die Lösung ist so einfach wie originell. Erst muss der Reißverschluss auf dem zuerst gezeichneten dann realen Streifenteppich aufgezogen werden.
Und Olivia Wendt bringt genau das mit, was Ellis Welt ausmacht: Muntere Neugier und die sichtbare Freude an gewitzter Ideenfindung.
Leni Brems Inszenierung zeigt, wie gezeichnete Spiegeleier Wirklichkeit werden und vom rosa Biest direkt in einen känguruartigen Bauchbeutel ›gegessen‹ werden.
Für die Kinder bleibt aber genug Freiraum für Imagination. Wenn Elli vom fliegenden Teppich rutscht und sich gerade noch vom Rand wieder hinaufziehen kann und wie beide mit dem Teppich abstürzen z.B. Lustig ist auch der Gefängnisaufenthalt unter der Klappe in der Wand mit Gummi-Armbändern als Handschellen.
›Ellis Biest‹ ist jedenfalls eine weitere reizende Kindertheaterproduktion für die ganz Kleinen.
 

Claudia Vorndran, Neuburger Rundschau – 12.03.2013
»... herrlich dargestellt ...«

»Wenn man sich die Welt ermalen kann, dann ist eine Weltreise ein leichtes Spiel. Dann wird flugs ein bunter Teppich gepinselt und die aufregende Reise kann beginnen.
Mit im Gepäck die Prinzessinnen, die alle mitsamt Lydia heißen und eigentlich ziemlich ›blöde Ziegen‹ sind.
Überhaupt sind Regeln auch doof. Da wird auf der Bühne am Sonntagnachmittag bei der Premiere von Ellis Biest nach einem Stück von Karin Eppler nach der Bildervorlage von Martin Karau und Katja Wehner gepopelt, das Ergebnis
durch die Luft geschossen. Es wird das elterliche Verbot, nicht alleine auf die Straße zu gehen umgangen, indem man fliegt. In seiner Fantasie darf man einfach alles! Man malt sich Freunde, Spielgefährten oder wie eben Elli (Olivia Wendt) ein zerzaustes, rosafarbenes Knuddelmonster, herrlich dargestellt von Peter Greif. Die beiden erleben auf ihrer Reise auf dem selbst erschaffenen fliegenden Teppich Abenteuer im Orient. Sie müssen eine vom strengen Sultan ausgesprochene Strafe im Gefangnis absitzen, weil sie den Prinzessinnen Brillen aufgemalt haben, und landen letztendlich wieder nach einem ZuSammenstoß mit einem Hubschrauber im sicheren Elternhaus. Leider muss sich das lieb gewonnene Monster wieder verabschieden. Doch Elli bleiben ihre Wachsmalkreiden und ihre Fantasie für das nächste Abenteuer. Das Kinderstück ›Ellis Biest‹ ist eine Produktion des Jungen Theater mobil und ist gedacht für Kinder ab drei Jahren. Bei der Premiere waren die kleinen und großen Gäste begeistert und belohnten das Reiseduo mit einem tobenden Applaus.«