Ein neues Land (DSE)

Tanztheater nach Shaun Tan

Für alle ab 12 Jahren

Moderne Zeiten. – Was bringt einen Menschen dazu, alles zurückzulassen, um eine Reise in ein unbekanntes, fernes Land anzutreten, hin zu einem Ort ohne Familie und Freunde, wo alles namenlos und die Zukunft unbekannt ist? Die stumme Graphic Novel von Shaun Tan ist die Geschichte eines jeden Migranten und Flüchtlings, eines jeden heimatlosen Menschen und eine Hommage an alle, die eben diese Reise angetreten haben. Nur auf den ersten Blick scheint dieses Auswandererschicksal im 20. Jahrhundert zu spielen, bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Großstadt, in der der Held der Geschichte sich zurechtfinden muss, als Fantasiegebilde von großer Fremdheit. Zahlreiche »Ikonen der Moderne« säumen seinen Weg.

Shaun Tan erschafft mit »Ein neues Land« eine »Parabel«, die bewegend und mitunter auch beklemmend das Gefühl der Fremdheit allein mit bildlichen Mitteln greifbar macht. Der Protagonist drückt sich mit Gestik, Mimik und seiner Körpersprache aus. Die Fremdheit, die ihn umgibt, wird über skurrile, seltsame Gestalten und Bilder erzählt. In einer genreübergreifenden Arbeit soll diese fantastische Welt des Shaun Tan nun auf die Bühne des Jungen Theaters gebracht werden. In Anknüpfung an »Wimmeln« wird damit auch in dieser Spielzeit ein Bilderbuchklassiker theatral bearbeitet. Erzähl-Mittel ist nicht die Sprache, sondern Bewegung, Figuren und Projektionen.

Shaun Tan erhielt 2010 mit dem Astrid-Lindgren-Preis den höchstdotierten Kinder- und Jugendbuchpreis der Welt. Die Begründung der Jury: »Er ist ein virtuoser und plastischer Erzähler, ein Wegbereiter für neue Möglichkeiten von Bilderbüchern. Seine Bildwelten stellen einen eigenen Kosmos dar, in dem nichts selbstverständlich ist und alles möglich scheint.«

 

Graphic Novel (dt. illustrierter Roman, Comicroman) ist eine aus den Vereinigten Staaten übernommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund ihres thematischen Anspruches und ihrer narrativen Komplexität vom normalen Heftcomic unterscheiden.

 

 

Da eine Theaterform ohne Worte ein ganz besonderes Seherlebnis ist, welches ebenfalls eine besondere Seherfahrung benötigt, empfehlen wir Ihnen dringend, ihren Theaterbesuch mit Ihrer Klasse sorgsam vorzubereiten.

Dazu können Sie eine ausführliche Materialmappe anfordern:

Schreiben Sie einfach eine Mail an theaterpaedagogik@ingolstadt.de oder rufen Sie uns an unter: 0841-305 47 240 oder 0841-305 47 241.

 

Sollten Sie es wünschen, den Vorstellungsbesuch durch unsere Theaterpädagoginnen vor- oder nachbereiten zu lassen, so zögern Sie ebenfalls nicht, uns zu kontaktieren.

 

Im Anschluss an jede Schülervorstellung bieten wir übrigens ein Nachgespräch mit den Schauspielern des Stückes an. Es lohnt sich also, noch ein wenig mehr Zeit mitzubringen.


 

Regie und Konzept: 
Julia Mayr
Regie und Konzept: 
David Williams
Ausstattung: 
Dietlind Konold
Choreografie: 
David Williams
Video: 
Stefano Di Buduo
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 90 Minuten
Peter Skodawessely, Neuburger Rundschau – 16.04.2013
»...durch und durch gelungenes Experiment...«

»(...) In Ingolstadt hatten jetzt am Freitag Junges-Theater-Leiterin Julia Mayr gemeinsam mit dem Choreografen David Williams den nicht ganz einfachen Versuch unternommen, Shaun Tans Zeichnungen in die Form eines Tanztheaters, ganz ohne Dialog-Unterstützung, auf die Bühne zu übertragen. Es war die deutsche Erstaufführung.

Ergebnis: Ein durch und durch gelungenes Experiment, mit dem das Stadttheater der im Sommer jetzt zu Ende gehenden Spielzeit ein weiteres Glanzlicht aufsetzt. (...)


Bewundernswert an der Ingolstädter Inszenierung ist die schauspielerische Leistung und der vor allem auch körperliche Einsatz der vier Akteure Yahsmine Maçaira, Maria Tietze, Michael Amelung und Péter Valcz. Nicht minder beeindruckend die Arbeit von Julia Mayr und David Williams, die mit Einfallsreichtum und mit viel Liebe zum Detail die Metaphern der Geschichte herausarbeiten.

Und dies, trotz der ernsten Thematik, stellenweise sehr witzig und mit überlegt ausgeklügelten Szenenarrangements. Bestens werden Mayr & Williams dabei unterstützt von Ausstatterin Dietlind Konold, die dazu aus Mehrzweckkisten und -Kartons ein Fantasie- und Spiel-anregendes Bühnenbild entworfen hatte.

(...) Im Anschluss daran [die Vorstellungen] zeigt das Junge Theater die Kurzdoku ›Ein neues Land – Mensch ist Mensch irgendwo‹ des in Rom geborenen Filmemachers Stefano Di Buduo. Beteiligte aus den verschiedensten Bereichen des hiesigen Theaters kommen darin zu Wort, berichten über ihre persönlichen Migrationserfahrungen und vom Leben und Arbeiten in einem neuen Land, in einer neuen Stadt: in Ingolstadt.«

 

http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/In-der-Fremde-id24845326.html