Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Ein Schauspiel nach Jules Verne, für alle ab 9 Jahren

24. Mai 1863. – Wissenschaft. Fantasy. Abenteuer.

»Meine Herren, wir haben eine Mission! Wir werden nach Island reisen und dort in den ›Snæfellsjökull‹ hinabsteigen! Zum Mittelpunkt der Erde! Ja, Sie haben richtig gehört! Die Aufzeichnungen des Arne Saknussemm besagen, dass sich auf dem Kraterboden der Zugang befinden soll!«

 

Vor fast 150 Jahren war sich Jules Verne sicher, dass selbst »Leute, die sich über nichts mehr wundern«, ihm keinen Glauben schenken werden. Zu unwahrscheinlich, zu fantastisch erschien seine als Bericht getarnte Abenteuergeschichte, in der der Geologie- und Mineralogie-Professor Otto Lidenbrock sich mit seinem Assistenten auf eine der gewagtesten Forschungsreisen der Literaturgeschichte begibt. In einem alten Runenmanuskript entdecken sie einen verschlüsselten Code, der ihnen den Vulkan Snæfellsjökull als Einstieg zum Mittelpunkt der Erde empfiehlt. Voller Forscher- und Entdeckerdrang reisen sie nach Island. Dort wird ihr Expeditionsteam vervollständigt und so wagen sich die drei Forscher tief in das fremde Reich unter der Erdoberfläche und machen auf ihrer ebenso fantastischen wie äußerst gefährlichen Reise die erstaunlichsten Entdeckungen.

Auf der Reise durch unbekannte Welten begegnet das Trio surrealen, unvorstellbaren Kreaturen, darunter menschenfressenden Pflanzen, gigantischen Flug-Piranhas, leuchtenden Vögeln und grausigen Dinosauriern aus der Urzeit. Sehr bald merken die drei Abenteurer, dass von einer vulkanischen Aktivität um sie herum eine tödliche Gefahr ausgeht. Es hilft nur noch die Flucht zurück zur Erdoberfläche, bevor es zu spät ist.

Der 1864 erschienene Roman »Die Reise zum Mittelpunkt der Erde« von Jules Verne ist eine fantastische und surreale Abenteuergeschichte. Fantasie trifft auf Wissenschaft, Abenteuer auf Technik.

Regie: 
Anja Panse
Dramaturgie: 
Annabelle Köhler
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 80 Minuten
Claudia Vorndran, Neuburger Rundschau – 23.10.2012
»... Expedition voll Abenteuerlust...«
»In Thomas Fiedlers Fassung von Jules Vernes Roman »Die Reise zum Mittelpunkt der Erde«, die am Freitagabend im Jugendtheater Premiere hatte, ging es um all das: Tatendrang, Mut, Narzissmus und Selbstüberschätzung. Professor Lidenbrock (herrlich narzisstisch dargestellt von Lukas Umlauft) als glühender Forscher, ließ es sich nicht nehmen, an den Mittelpunkt der Erde zu reisen. Soeben hatte sein Neffe Axel (Barbara Schmick) die geheimnisvolle Botschaft aus dem alten isländischen Buch im Kopfstand gelüftet, da wurden auch schon die Koffer gepackt. […] Mit dem Zug und dem Schiff ging es zuerst nach Island, wo sich der ortskundige Führer Hans [Michael Amelung] dazugesellte und die Reise zum Mittelpunkt der Erde begleitete. […] An einer Expedition voll Abenteuerlust, Gefahren und auch voll wundersamer Entdeckungen durften die Zuschauer bei der Premiere teilnehmen und das begeisterte Publikum dankte mit langem Applaus.«
Isabella Kreim, Kulturkanal – 22.10.2012
»...spannende und vergnügliche Fantasiereise...«
»Als spannende und vergnügliche Fantasiereise hat das Junge Theater Ingolstadt Jules Vernes ›Reise zum Mittelpunkt der Erde‹ für Kinder ab 9 Jahren auf die Ingolstädter Werkstattbühne gebracht. Das Junge Theater im Stadttheater Ingolstadt setzt nicht nur auf aktuell beliebte Stoffe, ›bekannt aus Film und Fernsehen‹, sondern bringt den jungen Zuschauern auch Klassiker – der Weltliteratur – nahe. Ovids Metamorphosen sind ab nächsten Samstag wieder zu sehen. Und neu seit letztem Freitag: Jules Vernes 1864 geschriebene, wahrhaft abenteuerliche Abenteuergeschichte ›Die Reise zum Mittelpunkt der Erde‹. Ein Lob auch den Maskenbildnerinnen: Prof. Lidenbrock sieht mit seinem langen Vollbart und seinem wirr abstehenden Haarschopf so kauzig aus, wie Heinrich Manns Professor Unrat im s/w-Film ›Der blonde Engel‹, aber er hat eine sehr jugendliche Stimme. Axel, sein Neffe, der angehende Geologe, ist eine Hosenrolle, ein smarter Jüngling mit schmalem Oberlippenbart. Und wie sich Lukas Umlauft und Barbara Schmick als die beiden Forscher aus dem 19. Jahrhundert in Stummfilm-Manier bewegen und mit viel Wortwitz die kryptische Botschaft entschlüsseln, wie man durch einen Vulkan auf Island zum Mittelpunkt der Erde einsteigen könne, lässt ahnen: Das wird eine sehr vergnügliche, skurrile Reise ›zum Mittelpunkt der Erde‹ werden. – Und so kommt es auch! Regisseurin Anja Panse schickt die beiden Wissenschaftler und Michael Amelung als ihren wortkargen isländischen Begleiter Hans auf eine ebenso spannende wie witzige Expedition ins Reich der Fantasie. Denn Bühnenbildner Christian Robert Müller hat keine Vulkankrater und unterirdischen Höhlen in die Werkstattbühne gebaut. Er stellt einen großen Schrank, ein Klavier, Stehlampen und künstliche Grünpflanzen auf die Bühne, und er hat jede Menge Holzstege vom Schrank übers Klavier zu einem seitlichen Bartresen gebaut, sodass sich die Irrwege, dunklen Gänge, Höhlen und Schluchten einfallsreich erspielen lassen. Mit einem an der Decke befestigten Seil schwingen sie sich über einen vermeintlichen Abgrund und aus der Decke läuft ein Wasserrinnsal als kochend heiße unterirdische Quelle, die die Forschergruppe vor dem Verdursten rettet. Eine schräge Plattform dient schließlich als Floß, auf dem das riesige unterirdische Meer überquert wird. Natürlich haben auch zu Jules Vernes Zeiten bereits Wissenschaftler im Inneren der Erde nichts weiter als glühend heiße, flüssige Magma vermutet. Aber wie viel fantasievoller ist es, sich auszumalen, im Krater des Vulkans Snaefelssjökull auf Island gäbe es einen Einstieg und direkten Zugang ins Innere der Erde, und dort unten täten sich urzeitliche Gegenwelten auf mit auf der Erdoberfläche ausgestorbenen Dinosauriern, mit urzeitlichen Pflanzen und Menschen und einem riesigen Meer unter dem Mittelmeer. Wie verlockend also wäre eine Reise in die Vorgeschichte unseres Planeten mit der Ernsthaftigkeit der großen Entdeckungsreisenden à la Alexander von Humboldt im Dienste der Wissenschaft. Lukas Umlauft ist köstlich in seinem unbeirrbaren Festhalten an seiner Unterwelt-Theorie, Barbara Schmick taumelt herrlich zwischen Verzagtheit und Aufbegehren und Michael Amelung als treuherziger Begleiter hat sich ein kunst-isländisch zurechtgelegt, mit dem er sein trockenes „So, so“ - Erstaunen anreichert. Licht- und Sound-Effekte ergänzen das komödiantische Spiel durch die richtige Dosis Suspense. Dass diese abstruse Expedition mithilfe neuester technologischer Instrumente wie dauerglühenden Lampen durchgeführt wird, nutzt Regisseurin Anja Panse zu einer amüsanten Wissenschaftsparodie. Axel hat sich alleine in einen dunklen Stollen verirrt. Wie weit sind die anderen weg? Natürlich fällt es dem Wissenschaftler nicht schwer, die Schallentfernung zu berechnen. Wir Wissenschaftsgläubige von heute haben leicht lachen über Prof. Lidenbrock, der sich nicht irre machen lässt, seine abstrusen Theorien mit scheinbarer Wirklichkeitserfahrung zu untermauern: Man erlebt nur, was man zu wissen glaubt. Seine Entfernungsberechnung auf dem unterirdischen Meer war ja richtig. Die Truppe wird auf Stromboli in der Nähe von Sizilien wieder an die Erdoberfläche geschleudert. Nur die Technik, der Kompass, hat wohl versagt. Die Vorstellungs-Kraft der Fantasie trägt jedenfalls den Sieg davon. Und daher ist Jules Verne keineswegs out. Diese Aufführung von ›Die Reise zum Mittelpunkt der Erde‹ kann Lust machen, diesen Klassiker der Sciencefiction- bzw. Fantasy-Literatur und andere seiner abenteuerlichen Fantasiereisen zu verschlingen.