Das Ende vom Anfang

Eine Komödie in einem Akt von Sean O’Casey, Deutsch von Johanna und Martin Walser

Im Anschluss Musikprogramm mit »Lizzie & Friends«

Leider müssen alle Veranstaltungen der Inszenierung »Das Ende vom Anfang« krankheitsbedingt entfallen! Bereits erworbene Karten können an der Theaterkasse zurückgegeben werden.

 

Vorher und Hinterher. – Jeder Tag verläuft gleich in der täglichen Routine bei Lizzie und Darry Berill. Die Frau kümmert sich um den Haushalt, der Mann hat wichtigere Dinge im Kopf. Doch der oft geübte Streit zwischen dem alten Ehepaar nimmt heute eine unerwartete Wendung: Lizzie fordert den Rollentausch, um ihrem Mann endlich zu beweisen, wie viel Arbeit das bisschen Haushalt eigentlich macht. Während sie in klassischer männlicher Manier zum Rasenmähen geht, bleibt Darry brav zu Hause. Doch bevor er überhaupt Gelegenheit hat, mit der Hausarbeit zu beginnen, kommt Gott sei Dank sein kurzsichtiger Nachbar Barry zu Besuch. Nach einer gemeinsamen Probe der beiden Hobbymusiker bietet Barry als guter Freund natürlich seine Hilfe im Haushalt an. Mit besten Vorsätzen, aber durchaus eigenwilligen Ideen stürzen sich die beiden auf die Arbeit. Zerbrochenes Geschirr, beinahe abgetrennte Finger und eine durch den Kamin angebundene Kuh können sie nicht aufhalten. Doch bei der Bewältigung der häuslichen Katastrophenorgie ist immer mehr Fantasie der beiden männlichen Helden gefragt. Als dann auch noch der Strom ausfällt, wird das Haus endgültig zum Schlachtfeld aller physikalischen Kräfte.

 

Im Anschluss an die Vorstellung folgt ein musikalisches Überraschungsprogramm mit Lizzie & Friends
Mit: Ulrike Deschler, Jan Gebauer, Peter Greif
Piano: Oliver Hahn
Musikalische Leitung: Nina Wurman
Einrichtung: Thomas Goritzki

Regie: 
Thomas Goritzki
Ausstattung: 
Steven Koop
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Premiere am ,
Studio im Herzogskasten
Dauer: 95 Minuten, mit Pause
Peter Skodawessely, Augsburger Allgemeine – 15.10.2012
»That’s Entertainment!«
»In »Das Ende vom Anfang« erweisen im kleinen Studio im Herzogskasten seit Freitagabend Jan Gebauer, der frischgebackene Rotary-Publikumspreisträger der zurückliegenden Spielzeit, zusammen mit Peter Greif sowie – in einem kleinen Part – Ulrike Deschler den »Vätern der Klamotte« ihre Referenz. Und das tun sie ebenso virtuos wie furios: Nach 60 Minuten ist das Bühnen-Wohnzimmer ein einziger Trümmerhaufen. Und dabei hatte es so harmlos angefangen: Möchtegern-Pascha Darry – völlig uneitel und ebenso bravourös grob wie bauernschlau-hinterhältig dargestellt von Gebauer – schickt seine Frau Lizzy zum Arbeiten aufs Feld, um ihr in der Zwischenzeit zu beweisen, dass ihm das »bisschen Haushalt« locker von der Hand geht. Das aber klappt schon von Anfang an nicht so richtig. Als dann Darrys Freund und Nachbar – Greif köstlich als schussliger, kurzsichtiger Barry! - noch als Vollzugsgehilfe in Sachen Katastrophen hinzu kommt, wird das Ganze mehr als nur chaotisch. Bald ist nichts mehr so, wie es war. Regisseur Thomas Goritzki erarbeitete präzise die zahlreichen Gags des turbulenten Geschehens. Und lässt dennoch die Zügel so locker schleifen, dass Gebauer & Greif genügend Freiräume haben, um zu toben, schreien, wimmern, hinzufallen, wieder aufzustehen, wieder hinfallen und dabei das Wohnzimmer (Ausstattung: Steven Koop) nebst Nebenräumen in bester und tadellos gekonnter Slapstick-Manier verwüsten, so dass diese rustikale Farce für die begeisterten Zuschauer zur schenkelklopfenden Gaudi wird. That’s Entertainment!«
Isabella Kreim, Kulturkanal – 15.10.2012
»...prima Komikerpaar à la Dick und Doof...«
»(...) Sean O''Caseys ›Das Ende vom Anfang‹ aus dem Jahr 1937 ist ein Slapstick-Klassiker, der auch in dieser Inszenierung von Thomas Goritzki ein Publikumsrenner zu werden verspricht. Jan Gebauer und Peter Greif sind ein prima Komikerpaar à la Dick und Doof, Elefant im Porzellanladen der eine, treuherziger Tolpatsch der andere. Ulrike Deschler - klein aber oho! - ist eine resolute Bauersfrau, die ihrem Macho durchaus Paroli bieten kann. Jan Gebauer spricht die Wortwiederholungen ›Du bist eine Qual‹ als wär''s von Thomas Bernhard (...) Natürlich wird der Rollentausch zum Desaster. Der Darry von Jan Gebauer strotzt vor fröhlicher Rechthaberei und lautstarker Selbstüberschätzung. Doch bereits das Wegräumen des Bügelbretts mit dem noch heißen Bügeleisen erweist sich als schmerzhafte Herausforderung für einen, der solche Tätigkeiten noch nie gemacht hat und die Gefahren, sich zu verbrennen oder die Finger einzuklemmen, offensichtlich unterschätzt. Von da an ist klar: Alles was er anfasst, misslingt. Und als ihm dann auch noch sein halbblinder Freund Barry assistiert, führt eine Fehlleistung nach der anderen zu einer Kettenreaktion an Katastrophen. Auch die statistisch erwiesene hohe Verletzungsgefahr im Haushalt fordert ihre Opfer. (...) Es ist Steven Koop und Requisiteurin Heidi Pfeiffer gelungen, neben einer Mischung aus altem bäuerlichem und modernem Inventar wie einem Videoplayer sogar den Kamin ins Studio zu bauen und bespielbar zu machen. Ein schön absurder Moment entsteht, wenn beide Komiker das gemalte Glasfensterbild auf den Tisch stellen und versonnen zusehen, wie sich darauf der Traktor mit der Frau und die Kuh bewegen! Sehr komisch auch das stumme Einstudieren der Choreographie für ihren Auftritt mit dem 70er- Jahre-Schlager von Jürgen Drews, ›Ein Bett im Kornfeld‹. Ansonsten poltern die beiden von einem Slapstick zum nächsten. Barry haut Darry die Tür drauf. Peng. Und nochmal: Peng. Und nochmal. Ein Polterabend als schweißtreibender Hochleistungssport. (...) Um einiges feinsinniger inszeniert sind die Arrangements beim anschließenden Liederabend ›Lizzie and friends‹, mit dem Regisseur Thomas Goritzki den Zerstörungswahn konterkariert. Natürlich Johanna von Kocians ›Das bisschen Haushalt‹ als Duett und im Trio Peter Alexanders ›Wir bauen uns ein neues Haus‹. Spitzbübisch augenzwinkernd serviert die gelernte Sängerin Ulrike Deschler ihr Couplet und Jan Gebauer und Peter Greif laufen mit ihrem ›Gute Freunde kann niemand trennen‹ zu parodistischer Hochform auf. Peter Greif ist saukomisch rührend mit dem Chanson ›Nachts bin ich allein mit meinen Tränen‹. (...)«