Krabat

Ein Schauspiel nach Otfried Preußler; Fassung von Heiner Kondschak

Ein magisches Stück für Mädchen und Jungs ab 10 Jahren

Koselbruch. – Als es den armen Waisenjungen Krabat in die Mühle im Koselbruch verschlägt, ahnt er bei Weitem nicht, was ihn dort erwartet. Doch bald schon erfährt der Lehrbursche, dass er hier nicht nur das Müllerhandwerk erlernen soll: Die Gesellen werden auch in der schwarzen Kunst unterrichtet, denn die Mühle ist eine Zauberschule. Der Preis jedoch, den die Burschen für ihre neu gewonnenen magischen Kräfte zahlen müssen, ist hoch. Bald lernt Krabat die Annehmlichkeiten und Faszination seiner Zauberkräfte zu schätzen, aber nach und nach durchschaut er das Spiel, dessen Teil er längst geworden ist: Am Ende eines jeden Jahres muss der Meister einen seiner Schüler töten und dessen Seele dem Teufel übergeben. Für Krabat gibt es nur einen Weg den Meister zu besiegen und die Freiheit wieder zurückzuerlangen: Das Mädchen, das ihn liebt, muss ihn beim Meister »freibitten«. Die anschließende Probe entscheidet darüber, wer sterben muss: Der Meister oder sein Schüler…

 

Otfried Preußlers spannende Erzählung handelt vom gefährlichen Spiel mit Macht und Magie ebenso wie von der Kraft der Freundschaft. Seit 35 Jahren ist »Krabat« das Lieblingsbuch ganzer Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Preußler schrieb – mit Unterbrechungen – zehn Jahre an »Krabat«. Als Vorlage diente ihm eine sorbische Volkssage, »Krabat« wurde u. a. mit dem Deutschen und dem Polnischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet; es erhielt den Europäischen Jugendbuchpreis sowie den American Library Association Award. Die Ingolstädter Fassung von »Krabat« wird mit drei Schauspielern und zwei Musikern auskommen.

Regie: 
Heiner Kondschak
Ausstattung: 
Ilona Lenk
Komposition: 
Tobias Hofmann, Heiner Kondschak
Dramaturgie: 
Andrea Adriani
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 80 Minuten
Sabine Roelen, intv (Vorbericht) – 25.02.2012
»...faszinierendes Bühnenstück...«
»(...) Lukas Umlauft ist Krabat. Patricia Coridun und Barbara Schmick schlüpfen abwechselnd in die Rolle des Meisters und seiner Zauberlehrlinge. In beeindruckender Geschwindigkeit wechseln die beiden Frauen Gewänder und Identitäten. Dunkle, undurchsichtige Gestalten agieren in einem düsteren Umfeld, ausgestattet von Ilona Lenk. Heiner Kondschak erzählt das geheimnisvolle Spiel um Macht und Magie in ebenso einfachen wie einprägsamen Bildern, reduziert auf das Wesentliche. Immer ganz nah dran am spannenden Bühnengeschehen ist die Musik von Hadi Alizadeh und Tobias Hofmann. Beide Musiker haben die Bühnenmusik zusammen mit Regisseur Heiner Kondschak komponiert. Eine Musik, die die unheimlichen Vorgänge in der Mühle perfekt begleitet. (...) Krabat ist eine hochspannende Geschichte über schwarze Zauberkunst, Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Heiner Kondschaks Inszenierung hat alles, was ein faszinierendes Bühnenstück für junge Leute braucht. Auch ein Happy End: Denn am Schluss siegt die Liebe über die dunklen Mächte. Wunderbar einfach - und einfach wunderbar.«
Claudia Vorndran, Neuburger Rundschau – 07.07.2012
»...eine wirklich ›zauberhafte‹ Premiere!«
»(...) Leise trommelt Hadi Alizadeh auf der Tonbak und unterstreicht gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Tobias Hofmann, das Bühnenbild mit Klängen, die das Publikum in eine andere Ebene versetzt. Die Zeit der Magie, der menschlichen Grausamkeiten , eine Welt der Opfergabe und Macht. Das musikalische Zusammenspiel ist nicht nur faszinierend, sondern manchmal nimmt es die Grausamkeit aus der Geschichte, ein anderes Mal trommelt der persische Musiker förmlich die Spannung aus dem Publikum heraus. Angst hat hier niemand, aber gebannt sitzt das Publikum und lauscht der Geschichte des Krabats. (...) Heiner Kondschak schafft es in seiner Inszenierung den eigentlichen Bedarf an Schauspielern ideenreich mit nur drei Schauspielern zu decken. Da dienen verschiedene Kopfbedeckungen zum Personenbezug und auch die Augenbinde und der Mantel lassen verschiedenen Meister auf der Bühne agieren. Mit Leichtigkeit und schauspielerischem Können schlüpfen Patricia Coridun und Barbara Schmick nicht nur in die Mützen, sondern in die Rollen der verschiedenen Müllerburschen. Lukas Umlauft vermittelt auf der Bühne auf seine eigens so dezente Art, die Neugier auf Macht, das Band der Freundschaft und letztendlich die Kraft der Liebe. Eine wirklich ›zauberhafte‹ Premiere!«
Isabella Kreim, Kulturkanal – 01.03.2012
»...Bilder von magischer Schönheit...«
»(...) Der erfahrene Jugend-Theater-Regisseur, Autor und Musiker Heiner Kondschak und seine Ausstatterin Ilona Lenk etablieren eine Atmosphäre, in der vieles Unheimliche möglich erscheint, ohne die Ängste der Kinder durch Thriller-Effekte zu schüren. Kahle Bäume vor blauem Rückprospekt, eine Treppe und eine große Tafel mit allerlei geheimnisvollen magischen Zeichen und Begriffen. Und mitten zwischen den Bäumen auf dem kleinen Podest sitzen zwei Musiker, Hadi Alizadeh und Tobias Hofmann, die das Geschehen fast durchgängig mit einem Soundteppich unterlegen und mit Percussionsinstrumenten Suspense-Akzente setzen. Und in den Nächten, in denen Gefahr droht, sehen wir die Musiker als Schattenrisse, Tobias Hofmann sitzt mit abgewandtem Gesicht als geheimnisvoller Gevatter auf dem Klavierstuhl wie auf dem Kutschbock, Säcke werden geschleppt, ein Beamer projiziert ein sich drehendes Mühlrad auf die Zauberbuch-Zeichen... Bilder von magischer Schönheit, die Caspar-David-Friedrich-Gemälden näher sind als Fantasy-Movies. Aufgehellt wird die unheimliche Geschichte durch die muntere Spielfreude der drei Darsteller und das Spiel mit Requisiten wie den schwarzen Schals, die sich als Rabenflügel benutzen lassen und die flotten Rollenwechsel. Patricia Coridun und Barbara Schmick führen nicht ohne Witz die unterschiedlichsten Typen der Müllerburschen vor, den gefährlich Intriganten, den lässigen Kumpel, den traurigen Freund Tonda mit seiner Todesahnung, oder den,der sich dümmlich stellt, um ungestört die Geheimnisse des geheimen Buchs auskundschaften zu können. Und für die Skizzierung der unterschiedlichen Charakter reichen verschiedene Mützen, für den ebenfalls von beiden Damen abwechselnd gespielten Meister dienen eine Piraten-Augenklappe und ein schwarzer Pelzmantel. Lukas Umlauft spielt Krabat mit der Unbefangenheit und Offenheit eines Parzival unter den Müllerburschen, der sich vom naiven Jungen, der versucht, sich möglichst unauffällig in die fremde Umgebung einzufügen zum verantwortungsbewussten jungen Mann entwickelt. „Krabat“ im Jungen Theater Ingolstadt in der Werkstattbühne ist ein spannendes, aber ohne Sensationsmache inszeniertes Märchen mit romantisch unheimlichen Bildern, das Faszination und Gefahren von ungewöhnlichen Fähigkeiten und von dubiosen Gemeinschaften zeigt.«
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