Peterchens Mondfahrt

nach dem Märchen von Gerdt von Bassewitz für Menschen ab 5 Jahren

Erde. – Herr Sumsemann ist ein ganz besonderer Maikäfer, denn er kann sprechen und Herr Sumsemann ist ein ganz besonders unglücklicher Maikäfer, denn er hat nur fünf Beine. Sein sechstes Bein ist durch einen Zauber auf dem Mond gelandet und wird dort vom finsteren Mondmann bewacht. Nur wenn der Maikäfer zwei Kinder findet, die noch nie ein Tier gequält haben, kann er zum Mond fliegen und sich sein Beinchen zurückholen.

 

Als Peter und Anneliese seine Geschichte hören, zögern sie nicht lange. Es wäre doch gelacht, wenn sie dem Maikäfer nicht helfen könnten. Und los geht’s über die Milchstraße in Richtung Mond. Die drei Weltraumreisenden begegnen auf ihrer unglaublichen Reise durch ferne Galaxien wunder samen Wesen, die nie ein Mensch und schon gar kein Maikäfer zuvor gesehen hat. Die Blitzhexe und der Donnermann, der Große Bär und die Nachtfee kreuzen ihren Weg. Dem Maikäfer wird dabei ziemlich mulmig und er muss ständig gegen Ohnmachtsanfälle ankämpfen. Schließlich stehen sie dem Mann im Mond gegenüber. Das letzte und vielleicht gefährlichste Abenteuer ihrer Reise beginnt.

 

Die Geschichte von Herrn Sumsemann, Peter und Anneliese und ihrer tollkühnen Suche nach dem verloren gegangen sechsten Maikäferbein ist ein Fantasy-Märchen, das schon Generationen verzaubert hat. In traumhaften Bildern erzählt der Weihnachtsklassiker von einer Reise zwischen Erde und Mond, in der Freundschaft und Mut sogar Planeten versetzen können.

Regie: 
Knut Weber
Bühne: 
Herbert Buckmiller
Kostüme: 
Barbara Kloos
Kostüme: 
Julia Buckmiller
Musikalische Leitung: 
Walter Kiesbauer
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 70 Minuten
Claudia Vorndran, Neuburger Rundschau – 14.11.2011
»...Eine gelungene Premiere!«
(...) Knut Weber hatte Peterchens Mondfahrt nach dem Kinderbuch von Gerdt von Bassewitz sehr gewagt inszeniert. Seien es die reizvollen Liebeleien von der geladenen Frau Blitz und dem trägen Herrn Donner, deren Küsse gleich ein Gewitter auslösten, bis hin zur furchterregenden Darstellung vom Mann im Mond. Ansonsten sind es zwei völlig unbedarfte, liebe Kinder, die dem Maikäfer Sumsemann (Michael Amelung) helfen wollen, sein sechstes Beinchen wieder zu bekommen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise treffen sie den Sandmann, der schrecklich müde ist und immer seine Worte verdreht (lustig dargestellt von Nadine Baier). (...) Das Bühnenbild von Herbert Buckmiller und die Ausstrahlung von Anna Katharina Diener, wie sie im blauen Satinkleid mit silbernen Sternchen vor dem imposanten blauen Schloss steht, ließen die Kinder für einen Moment den Atem anhalten, um dann in ein langes »Oh, schön!« zu verfallen. Die Fee der Nacht holt den großen Bären zur Hilfe und die drei Erdbewohner können auf ihm zur Milchstraße reiten. Der Einfall den großen Bären als bayerisch-sprechenden Riesenteddy darzustellen, gefiel den kleinen Zuschauern sehr gut und gerne wären sie mitgeritten. Überhaupt sprang der Funke über und die Kinder schrien, warnten, lachten und hatten eine Menge Spaß an diesem Abenteuer. Gratulation. Eine gelungene Premiere!
Isabella Kreim, Kulturkanal – 12.11.2011
»...zeitlose Identifiaktionsfiguren...«
(...) In einer vor-astronautischen, technikfreien Bildwelt siedeln Knut Weber und sein Ausstatterteam »Peterchens Mondfahrt« an. (...) Die Sternenwiese ist ein grünes, die Milchstraße ein weißes Tuch, der weibliche Sandmann schläft in einem Wurmartigen dunklen Sack und ist so müde, dass er ständig die Wechstaben verbuchselt, also in lustigen Schüttelreimen spricht. (...) Die personifizierten Naturgewalten sind nicht freundlich beim Kaffeklatsch der Nachtfee versammelt, sondern stellen sich als durchaus eigensinnige Gestalten den Kindern in den Weg. Ziemlich beängstigend sind die blitzeschleudernden Küsse von Blitzhexe und Donnermann, mit Blasrohr und Spritzpistole bedrohen Hagelhans und Regenfritz die Kinder, die sich in einem schön anzusehenden Slow- Motion-Kampf der Gefahr entziehen. Lustig sind der Saxophon spielende Weihnachtsmann oder das herrlich frustrierte Osterhasen-Schulkind, das seinen Auftritt verpatzt, weil es zu dran früh ist oder der weibliche Mechanikus an der Mondkanone auf schweizerisch. Nadine Baier, Hannah Kobitzsch und Anna-Katharina Diener spielen mit hübschen Eigenheiten die Fantasiefiguren dieser Traumland-Mondreise. Die braven Kinder, munter auf kindlich gespielt von Sören Messing und Joana Tscheinig und der ängstliche und doch so liebenswerte Maikäfer von Michael Amelung sind zeitlose Identifikationsfiguren. Volkslieder, Kinderlieder und Songs, von Walter Kiesbauer arrangiert, ergänzen unaufdringlich die Stationen der Mondfahrt. Am Ende steht leider nicht das Erwachen aus dem Mondfahrt-Traum, vielleicht mit einem Sternenstaub-Souvenir als Beweis der Macht der kindlichen Fantasie, sondern nur ein Lied. »Peterchens Mondfahrt« ist nostalgisches Kindertheater, das ohne Gags auf den Theaterzauber setzt. Die Bühnenillusion wäre perfekt, würde man nicht beim Umbau dann doch die Bühnenarbeiter sehen. Die Kinder glauben doch so gerne daran, dass selbst der Mann im Mond echt war, wie ein kleines Mädchen hartnäckig hinterher insistiert. Und wir wissen doch alle: Die Sternenwiese und die Nachtfee sind mit keinem Raumschiff Enterprise und mit keinem Space Shuttle zu finden - aber im Stadttheater Ingolstadt mit »Peterchens Mondfahrt«.