v.l.n.r.: Steven Cloos, Judith Nebel / © Ritchie Herbert

So groß – so klein

Ein Spiel mit den Größenverhältnissen

Projektentwicklung von Kathrin Lehmann • Ab 2 Jahren

Frau Klitzegroß besucht Herrn Riesenklein in seinem großen Häuschen. Der hat einen kleinen Tick: Mit seinem langen Maßband vermisst er jeden Gegenstand, der ihm unter die Finger kommt. Die (Größen-)Ordnung der Dinge ist ihm nämlich wichtig: Je größer, desto besser! Frau Klitzegroß würde gern einfach nur gemütlich mit Herrn Riesenklein beisammen sitzen, sie hat auch ein großzügiges Gastgeschenk dabei: einen klitzekleinen Keimling. Als Herr Riesenklein nicht so recht weiß, was er mit dem kümmerlichen Samenkorn anstellen soll, hilft ihm Frau Klitzegroß auf die Sprünge: Klein, aber oho! Ein bißchen Erde, Wasser aus der Mini-Gießkanne, und schon wächst aus dem fipsigen Körnchen ellenlang eine Rankepflanze empor! Mit etwas Protzen und Prahlen bringt Herr Riesenklein dann aber die (Größen-) Verhältnisse ins Wanken: Sein Stuhl wirkt plötzlich gigantisch, seine Sonntagszeitung nahezu mannshoch. Im Vergleich erscheint der Stuhl von Frau Klitzegroß nun läppisch klein, ihre Zeitung so mickrig, dass sie sie viel zu schnell ausgelesen hat. Das passt ihr gar nicht und so beschließt sie, in ein Eigenheim zu ziehen, in dem dann ihre Maßstäbe gelten können…

Angepasst auf die kindliche Entwicklungsphase Zweijähriger, greift die Projektentwicklung So groß-so klein auf, was Kleinkinder in ihrem Alltag insbesondere beschäftigt: In diesem Alter nehmen Kinder mehr und mehr wahr, dass Gegenstände gleich oder verschieden groß sein können. Sie beginnen, Dinge nach bestimmten Eigenschaften zu unterscheiden und zu sortieren und vor allem: sich selbst dazu ins (Größen-)Verhältnis zu setzen. Wer hat es nicht schon miterlebt: der kleine Sohn in den riesigen Gummistiefeln des Vaters, die kleine Tochter versunken im Winterpulli der Mutter.

So groß-so klein nähert sich in unterhaltsamen Geschichten en miniature spielerisch diesen Motiven an.

Regie: 
Kathrin Lehmann
Ausstattung: 
Christina Huener
Musik: 
Malik Diao
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Johanna Landsberg
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Hospitanz: 
Anna Reichl, Camila Pfaller
Premiere am ,
Atelier (Konferenzraum im Stadttheater)
Dauer: 30 Minuten
Donaukurier – 02.03.2020
»Maxi-Spaß für Minis«

»Fast alles gibt es hier drei Mal: drei Häuser, drei rote Stühle, drei Paar Gummistiefel, drei Gießkannen – klein, mittel, groß. Schon die Größenverhältnisse sorgen mitunter für Lacher und noch viel mehr, wie die Spieler sich an den Dingen abmühen. […] Kathrin Lehmann folgt in ihrer Erzählweise der Dramaturgie der kleinen Ereignisse und verwickelt ihre beiden Spieler Judith Nebel und Steven Cloos in immer neue überraschende Situationen. Reizend ist das, wie die beiden ganz ohne Worte kommunizieren. Wie neugierig und clownesk sie kleine und große Welten erkunden. Wie aus dem geschenkten Samenkorn bald ein Pflänzchen emporrankt und ein Bettlaken plötzlich neues Spielmaterial bietet. Und mit welcher Liebe zum Detail hier gearbeitet wird! Die Post kündigt sich mit Fanfarenklängen an. Die Wäsche in der Maschine dreht sich plitschplatsch in hypnotischen Kreisen. Und die drei Häuschen ähneln sich in ihrer Ausstattung bis zur Wimpelkette (Ausstattung in Pastell und mit Poesie: Christina Huener). […] Witzig ist das alles der realen Welt abgeschaut und fantasievoll und mit silberheller Wohlfühl-Musik (Malik Diao) in ein zauberhaftes halbstündiges Kinder-Spiel verwoben. Ein interaktiver Part am Schluss macht eine Entdeckungsreise in winzige oder mittelgroße Welten möglich. Beim Versteck und Stapelspiel können die Kinder eigene (körperliche) Erfahrungen mit den Größenverhältnissen machen. Theater von Anfang an? So muss es sein! Großer Applaus!«

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Kulturkanal – 02.03.2020
»Ein zauberhaftes Spiel mit Größenverhältnissen für die Kleinsten«

»Mit ›So groß – so klein‹ hat Kathrin Lehmann […] ein zauberhaftes Spiel mit Größenverhältnissen für Kinder ab 2 Jahren entwickelt. Und bezaubernd ist, mit wie viel zärtlicher Neugier Judith Nebel und Steven Cloos als Frau Klitzegroß und Herr Riesenklein die Welt der großen und kleinen Dinge entdecken, die Ausstatterin Christina Huener in zarten Pastellfarben, lichtblau, rosa, gelb und weiß für die nur durch eine weiße Folie markierte Spielfläche im ›Atelier‹ […] kreiert hat – und die, wie die sich drehende Waschmaschinentrommel am Pappkarton-Haus selbst für Erwachsene voller Überraschungen stecken. […] Judith Nebel und Steven Cloos haben eine wundervoll ruhige, charmante, pantomimische, und nur ein ganz klein wenig clowneske Erzählweise gefunden, die das Augenmerk auf die kleinen Unterschiede im Umgang mit den großen und kleinen Dingen lenkt. […] Was so begeistert an dieser dritten Projektentwicklung des Jungen Theaters für die Kleinsten ist der liebevolle, wertschätzende Umgang mit den Dingen - und miteinander. Judith Nebel und Steven Cloos sind in ihrer ruhigen, fröhlich-freundlichen Ausstrahlung ideale Vermittler dieser Entdeckungsreise, die für eine gute halbe Stunde eine Oase für kindliche Beobachtungsgabe schafft, in der Hektik, Lärm und Reizüberflutung ausgesperrt sind. Und das ist auch für Erwachsene wohltuend und amüsant.«

Beitrag zum Reinhören

 

Neuburger Rundschau / Augsburger Allgemeine – 04.03.2020
»Große Kleinkunst für die Kleinen«
Regisseurin Kathrin Lehmann hat sich »zusammen mit Judith Nebel (Frau Klitzegroß) und Steven Cloos (Herr Riesenklein) eine köstliche Studie über Größenverhältnisse ausgedacht. Herausgekommen sind vierzig Minuten voller Fantasie, Poesie und zarter Komik. […] Das vorzügliche Duo Nebel und Cloos zeigt sich hoch motiviert, frisch und munter, hat selber spürbar großen Spaß an der Sache. Samt der hübschen pastellfarbenen Ausstattung (Christina Huener) und der sanften Musik (Malik Diao) ist außerordentlich liebevoll gemachte große Kleinkunst für die Kleinen zu bestaunen. Die glucksten, kicherten und staunten bei der Premiere und durften im Pappkarton-Mobiliar probewohnen.«