Rosablau. Die Welt in zwei – Ein Spiel mit Rollenbildern

Ab 7 Jahren

Eine Alltagsszene: Hannah ist sechs Jahre alt. Zum Einschlafen kuschelt sie sich an ihr pinkes Plüscheinhorn. Ihr 8-jähriger Bruder Henry kuschelt nicht. Der schlüpft unter seine Raumfahrer- Bettdecke und träumt davon, ein Ninja zu sein und die zeigen nun mal keine Gefühle. Die Einteilung in »Mädchen-« und »Jungensachen« findet sich in fast allen Lebensbereichen wieder: Da sind die Leselernhefte für Abenteurer und Kuchenbäckerinnen. Da ist das T-Shirt für den »Bad Boy« oder die »Drama Queen«. Henry löffelt Feuerwehrmänner aus der Nudelsuppe, Hannah Prinzessinnen. Hannah und Henry leben zwar im selben Haus, aber in getrennten Welten. Ihre ist rosa, seine ist blau. Die Jungs, so die mitgekaufte Botschaft, das sind die Coolen und Starken, die Baumeister und Eroberer, die nie weinen. Die Mädchen, das sind die leichtfüßigen Feen, die sich um andere kümmern, sich bei all dem aber ein bisschen hübsch machen sollten. Es könnte auch das Jahr 1950 sein, gäbe es nicht so viel pinken Glitzer.

Bereits im Alter von zwei oder drei Jahren bilden sich Vorstellungen von »Geschlecht« aus und Kinder fangen an zu begreifen, was ein Junge und was ein Mädchen ist. Gemeinsam mit dem Ensemble des Jungen Theaters sucht die Regisseurin Christina Schelhas in dieser Projektentwicklung nach lustigen oder abenteuerlichen, lauten und leisen Geschichten für Kinder ab 7 Jahren, die jenseits von traditionellen Darstellungen funktionieren. Sie befragt Kinder nach ihren Rollenvorstellungen, hinterfragt Klischees, schafft Irritation, um den Blick zu weiten, und macht so anschaulich, dass unsere Vorstellungen von Geschlechterrollen wandelbar sind – und dass wir alle sie hinterfragen können.

Regie: 
Christina Schelhas
Ausstattung: 
Laura Rasmussen
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Johanna Landsberg