v.l.n.r.: Olivia Wendt, Benjamin Kneser, Michael Amelung / © Jochn Klenk

Rette Welt wer kann! (UA)

Eine Projektentwicklung über Klimawandel, Verantwortung und Nachhaltigkeit

ab 12 Jahren

Sind wir noch zu retten?

Am Anfang gab es einen Titel: »Rette Welt wer kann!«. Mehr nicht. Keinen Text. Keine Geschichte. Keine Figuren, in die die Schauspieler hätten schlüpfen können. Keine Regieanweisungen, die vorgegeben hätten, was auf der Bühne passieren soll. Nur die Idee: Wir wollen ein Theaterstück machen, das davon erzählt, wie es unserem Planeten geht. Gemeinsam mit Schauspielern des Jungen Theaters und Ingolstädter Jugendlichen ging die Regisseurin Mia Constantine deshalb auf eine Recherchereise mit offenem Ausgang: Sie diskutierten und überlegten, lasen kluge Texte, befragten sich selbst und andere, trafen Experten und aktive Ingolstädter, um Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels zu ergründen. Und fragten sich: Wie hängt alles zusammen? Was können wir selber tun gegen den Kollaps des Klimas? Auf der Bühne beginnt alles mit einem Brief: »Liebe künftige Generationen« heißt es, und »Es tut uns leid! …das mit den schmelzenden Gletschern, mit dem Plastikmüll in den Ozeanen, mit dem abgeholzten Regenwald…das waren wir. Wir Erwachsene.« » Liebe Erwachsene«, geben die Jungen zurück, »Warum verhalten wir uns so, als ob wir alle Zeit der Welt hätten?« So entspinnt sich ein Dialog zwischen Erwachsenen und Jungen, der theatral zum Nachdenken über unsere Umwelt einlädt und zur eigenen Tat anstiftet. Dabei bleibt das Spiel leicht und charmant, der Zeigefinger unten, die Pädagogik vor der Tür. Patenklassen des Christoph-Scheiner und des Katharinen Gymnasiums begleiteten das Projekt während seiner Entstehung.

Regie: 
Mia Constantine
Bühne/Video: 
Michael Lindner
Kostüme: 
Christine Leers
Theatervermittlung/Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Donaukurier – 09.10.2017
»Eine Frage des Überlebens« - Uraufführung im Jungen Theater Ingolstadt »Rette Welt wer kann!«

»Selten ist die Genesis so witzig visualisiert worden wie hier«, findet Donaukurier-Redakteurin Anja Witzke, »mit Regenschirmchen, Wasserschüssel und Plastikball«. Die Rezensentin lobt, dass viele Aspekte des Themas Umweltschutz aufgegriffen wurden, und das Engagement des gesamten Teams. »Schöpfungsgeschichte und Sintflut, Videoclips (Michael Lindner) über die Vermüllung des Planeten und Doku-Schnipsel über Selbstversuche (ein Tag ohne Strom, ein Tag ohne Plastik). Man merkt: Hier sind alle mit Herzblut dabei.« Ihr Fazit: »Das Junge Theater eröffnet die Spielzeit mit einem klaren Statement: Es geht um das große Ganze und jeder ist Teil davon. Die Botschaft: Mischt euch ein. Macht mit. Macht es besser. Klimaschutz fängt im Kleinen an.«

Kulturkanal – 09.10.2017
»explizit politisches Thema«
Bei »Rette Welt wer kann!« handle es sich um einen »theatralen Aufruf«, ein »missionarisches Stück zwischen fröhlicher Unterrichtsstunde und Bergpredigt«. Die biblische Schöpfungsgeschichte wird »mit einem rosa Sonnenschirmchen als Himmel, einer blauen Kugel im Wasserglas, in der sich Plastikfische tummeln«, als Erde »amüsant« dargestellt. Honoriert wird der persönliche Einsatz des Teams: »Die Darsteller und die Regisseurin wollten mit gutem Beispiel vorangehen und haben im Selbstversuch getestet, auf Plastik zu verzichten, weniger Fleisch zu essen, weniger Auto zu fahren oder weniger Strom zu verbrauchen. Und so steht am Ende eine sehr persönliche Botschaft der Theaterleute«.
Augsburger Allgemeine – 10.10.2017
»Umweltschutz muss bei den kleinen Dingen anfangen«

So lautet der »Augsburger Allgemeinen Zeitung« zufolge eine Botschaft des Stücks »Rette Welt wer kann!«. Vor allem die »vielfältige(n) Darstellungsformen« der Produktion gefallen: »Dialog mit den Jüngeren im Publikum«, »informative Textpassagen, (…) gute Video-Sequenzen«. »Am besten aber ist das Stück, wenn die Darsteller Olivia Wendt, Michael Amelung und Benjamin Kneser spielerisch, pantomimisch gefordert sind«, schreibt Friedrich Kraft für die Augsburger Allgemeine Zeitung. Weiter heißt es lobend: »Sehr fein und witzig, köstlich mit Miniaturen bebildert, gelingen die Nacherzählungen des biblischen Schöpfungsakts und der Sinnflut sowie der Schnellkurs zur Industrie- und Zivilisationsgeschichte«. Dies wird vom Premierenpublikum in der Werkstattbühne honoriert: »Nach der Premiere (…) gab es starken Beifall«.