Moby Dick

Herman Melville

Deutsch von Thesi Mutzenbecher und Ernst Schnabel • Ab 13 Jahren

1840: Trotz der Warnungen des alten Elias vor dem Kapitän des Schiffes, heuert der junge Seefahrer Ismael gemeinsam mit dem Harpunier Queequeg und anderen rauen Walfängern aus aller Welt auf dem bizarr anmutenden Walfangschiff »Pequod« an. Nachdem die Mannschaft ihren Kapitän zunächst nicht zu sehen bekommt und nur seine holzbeinigen Schritte hört, kommt er auf offener See aus seiner Kabine und erklärt der Mannschaft das wahre Ziel der Fahrt: Er will Moby Dick, den weißen Wal, der ihm in einer früheren Begegnung das Bein abgerissen hat, jagen und erlegen.

Die Mannschaft, aufgeheizt durch den charismatischen und wahnsinnigen Kapitän, schwört sich auf Ahab und dessen Ziel ein. In seinem blinden Hass treibt Ahab die Mannschaft jedoch kreuz und quer über die sieben Weltmeere. 1851 erschienen, liefert »Moby Dick« ein bis heute gültiges Bild von der Verfassung einer Zivilisation, die beständig Gefahr läuft, Opfer der eigenen Hybris zu werden. Moby Dick ist ein politischer Roman ohne ein politisches Wort, ein Roman über den Fanatismus: In Ahab, einem Menschen, der für sein Ziel notfalls die halbe Welt untergehen ließe, lassen sich Diktatoren und totalitäre Ideologien der Geschichte wiedererkennen. Melvilles Kunst besteht darin, Ahab nicht zu einer lächerlichen oder widerlichen Figur zu machen, sondern zu einer tragischen. Ahab richtet sein Schiff und seine Leute zugrunde, seine Welt geht unter, aber auch er stirbt einen traurigen Tod, wütend und unerlöst. Regisseur Markolf Naujoks erklärt: »Moby Dick ist eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Der Roman bietet eine Unzahl von Themen. Wir werden uns konzentrieren auf die Gefühlswelt, die Ahab und seine Mannschaft antreibt: Fanatismus, Wut, Hass, Abenteuerlust, Mut, Überlebenswille, Feigheit, Kameradschaft und der Wunsch, die Natur und den Tod zu besiegen.«

Regie: 
Markolf Naujoks
Bühnenbild und Video: 
Marina Stefan
Kostümbild, Animation und Illustration: 
Theda Schoppe
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Chiara Hunski