v.l.n.r.: Paula Gendrisch, Michael Amelung / © Ritchie Herbert

Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen

Junges Theater mobil für kleine Wut- und Trotzköpfe • ab 3 Jahren

Von Toon Tellegen • Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler • In einer Fassung von Linda Göllner

Wut tut gut. Es ist ein allseits bekanntes Gefühl, jedoch wenig populär. Wut ist eher verpönt. Das ändert sich mit dieser Geschichte. Bereits im Titel schwingt nämlich mit: Es gibt so etwas wie ein Anrecht darauf, wütend zu sein. In zwölf kurzen Geschichten wetteifern hier die niedlichsten und friedlichsten Bewohner des Waldes um die Meisterschaft im Aus-der-Haut-fahren: Der Klippschliefer grollt über die Sonne, weil sie unverschämterweise jeden Abend untergeht. Der Igel ärgert sich, weil er noch nie so richtig zornig war. Die Ameise kennt einzigartige Maßnahmen, sich von einem Wutanfall freizumachen, z. B. durch Wegpusten, Aufessen oder Verstecken. Und herrlich komisch beschimpft und maßregelt sich der Elefant, weil er auf sich selbst wütend ist. Die Tiere erzürnen, erregen und erhitzen sich, doch als die Wut eines schönen Sommertages verschwunden ist, suchen sie schnell nach Gründen, sich wieder aufzuregen. Diese wunderbar leichte und schräge Geschichte gibt einem unbeliebten Gefühl Raum und Berechtigung und lässt dabei kleine Wutköpfe ein bisschen über sich selbst lachen.
Regie: 
Linda Göllner
Ausstattung: 
Christina Huener
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Wiederaufnahme am ,
Werkstatt/Junges Theater + Theater mobil
Dauer: 35 Minuten
Donaukurier – 25.02.2019
»Die neue mobile Produktion des Jungen Theaters Ingolstadt ist klug und witzig«
»Das Publikum fand’s „super“ und kam trotz des ernsten Themas 35 Minuten lang aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Toon Tellegens Geschichten […] sind vor allem deshalb so wunderbar, weil sie von so verstörenden wie alltäglichen Gefühlen wie Wut, Zorn, Trotz, Furor, aber auch Wehmut und Traurigkeit erzählen – ohne in irgendeiner Form belehren oder werten zu wollen. […] In meisterlicher Handarbeit haben Christina Huener und Nele Matthies […] nicht nur das farbenprächtige Rankwerk hergestellt, sondern auch die Tiere, die sich in diesem Wald tummeln: Käfer, Eichhörnchen, Spinne und Regenwurm sind putzige Puppen, die in den Händen von Gendrisch und Amelung zum Leben erwachen – oder eben in Rage verfallen. […] Acht Episoden hat Linda Göllner ausgewählt, die die unterschiedlichsten Facetten der Wut zeigen – und mischt klug die theatralen Formen, Puppenspiel und Erzähltheater, szenische Darstellung, Tanz und Interaktion mit den jungen Zuschauern. Es macht Spaß, Paula Gendrisch und Michael Amelung beim fliegenden Rollenwechsel in ihrer Klipp-Klapp-Bühne zuzusehen, weil sie nicht nur wunderbare Figuren imaginieren […], sondern sich sehr genau deren Bewegungen und Besonderheiten abgeschaut haben. Herrlich ist das! Komisch und poetisch und philosophisch! Wut tut manchmal gut, das lernen hier schon kleine Trotzköpfe. Und sie gehört zum Gefühlshaushalt dazu. Die Kunst – für Kinder wie Erwachsene – besteht vor allem im Umgang damit. Großer Applaus!«
Kulturkanal – 25.02.2019
»wütend geht hier bestimmt niemand raus«
»Der besondere Charme dieser Theateraufführung der kleinen Tiergeschichten über die Wut liegt in der hübschen Ausstattung. Christina Huener hat einen Tisch und einen Baum auf die Bühne gestellt. Und noch vor Stückbeginn geben die Kinder Anweisungen, wo an diesem Baum noch grüne Filzblätter befestigt werden sollen. Amelung trägt als Igel einen braunen Filzstachelkranz auf Kopf und Schulter, und das Filzeichhörnchen wird sofort zum Liebling der Kinder. Mal sind die beiden Darsteller Kröte oder Klippschliefer, mal spielen sie die Tiere mit Filzpuppen. […] Regisseurin Linda Göllner, Ausstatterin Christina Huener und die beiden Darsteller Paula Gendrisch und Michael Amelung spielen begeisternd vor, wie positiv und lustvoll so kleine Wutausbrüche sein können.«
Neuburger Rundschau/ Augsburger Allgemeine – 26.02.2019
»Wut-Workshop für die Kleinsten«

»Michael Amelung und Paula Gendrisch zaubern dieses exotische Felltier [den Klippschliefer] und weitere Tiere auf die Bühne, spielen sie selbst oder mit Puppen: Elefant, Käfer, Wurm, Igel, Spitzmaus, Eichhörnchen, Kröte, Ameise und Erdferkel. Das begeisterte Publikum lernt, was passieren muss, damit man wütend wird, dass man sich vergessen kann vor Wut, wie man sie wieder los wird und, dass sie manchmal gut tut. Ganz klar: Man darf auch mal wütend werden.«