v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah

Die Zertrennlichen (Les Séparables)

Fabrice Melquiot

Deutsch von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand • Ab 9 Jahren

9 Jahre alt und irgendwie verliebt. Romain und Sabah träumen sich in imaginäre Welten hinein: Er liebt das Galoppieren auf Pferden, sie versteht sich als Indianerin mit Feder im Haar. Die Freundschaft, die sie zu Unzertrennlichen macht, wird schon bald durch die Vorurteile ihrer Familien gefährdet. Sabah hat algerische Wurzeln, Romain ist Franzose. Während die Kinder ihre Gemeinsamkeiten entdecken, sehen die Eltern nur Unterschiede. Durch die Freundschaft der Kinder eskaliert der Alltagsrassismus zwischen den Eltern.

Doch Romain und Sabah wollen ihre eigenen Erfahrungen machen und stürzen sich in eine kindliche Liebe voll phantastischer Abenteuer, bis die Vorurteile ihrer Eltern alles kaputt machen. Sie werden getrennt. Erst Jahre später versucht Romain, inzwischen erwachsen, Sabah wiederzufinden. Mit leichter Feder hat Fabrice Melquiot einen lustigen und sensiblen Text über eine Freundschaft, die Fehler verzeiht und allen Vorurteilen trotzt, komponiert. Feinsinnig, voller Poesie und Witz erzählt er von der Verbundenheit zweier junger Menschen, die sich über vermeintlich unüberbrückbare kulturelle Schranken hinwegzusetzen versuchen.

Regie: 
Jule Kracht
Ausstattung: 
Nora Lau
Musik: 
Timo Willecke
Dramaturgie: 
Linda Göllner
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Chiara Hunski
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 60 Minuten
Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ritchie Herbert Benjamin Dami / © Ritchie Herbert v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah Benjamin Dami, Linda Ghandour / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Linda Ghandour, Benjamin Dami / © Ludwig Olah © Ludwig Olah Benjamin Dami / © Ludwig Olah
Donaukurier – 03.03.2020
»Wer will ich sein?«

»Die Premiere am Sonntagabend und besonders das grandiose Schauspielduo wurden mit großem Jubel gefeiert. Denn Benjamin Dami und Linda Ghandour agieren kraftvoll und behutsam zugleich, stürzen sich mit Lust in diese Kinderrollen, in die Konfrontation, in die vorsichtige Annäherung, in das fantastische Abenteuer, in die erste, zarte Liebe. Und beider Spiel bereitet der Sprache eine perfekte Bühne. Fabrice Melquiots Dialoge sind voller Zartheit, Witz und delikater Poesie. Benjamin Dami und Linda Ghandour bringen die Sprache zum Klingen. […] Regisseurin Jule Kracht findet […] eindringliche Bilder, zeigt den kindlichen Kosmos in all seiner Magie, seiner Schönheit, seiner Unzulänglichkeit und verbindet in der Beziehung äußerst lebendig das Spröde, Prahlerische, Wahrhaftige, auch Drastische mit dem Fantastischen und Träumerischen. […] Mit zu den berührendsten Momenten der Inszenierung gehören die elf Jahre, die beide parallel im Schnelldurchlauf erleben – auch, weil sie den Raum weiten und verschiedenste biografische Möglichkeiten aufscheinen lassen: Wer will ich sein? Jule Kracht traut ihrem Publikum (ab neun Jahren) etwas zu – und führt es mit starker Hand, hohem Tempo und perfektem Timing durch diese emotionale Achterbahnfahrt. Für diese knappe Stunde Herzschlagtheater gibt es langen Applaus – und viel Stoff zum Weiterdenken.«

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Kulturkanal – 02.03.2020
»Eine zu Herzen gehende kindliche Liebesgeschichte«

»Linda Ghandour und Benjamin Dami spielen und erzählen staunenswert geradlinig und ernsthaft ihre Geschichte. Und es reichen kleine verbale Frozzeleien und winzige mimische Akzente, etwa wenn die Sioux-Indianerin spöttisch eine Augenbraue hochzieht oder der Möchtegern-Cowboy die Hände wie an Colts am Gürtel anlegt, um kleine komische Momente zu erzeugen und dem Thema Rassismus seine Schwere und Brutalität zu nehmen. […] ›Die Zertrennlichen‹ im Jungen Theater: eine zu Herzen gehende kindliche Liebesgeschichte, die mit der Kraft der poetischen Phantasie von der Überwindung rassistischer Vorurteile und einer verlorenen Kindheitsliebe erzählt.«

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Neuburger Rundschau / Augsburger Allgemeine – 04.03.2020
»Unbedingt sehenswert«

»Entzückend anzuschauen ist, wie sich eine Kinderliebe entwickelt zwischen zwei Vereinsamten, die sich in Träumereien flüchten, Sabah als Sioux-Indianerin, Romain als Cowboy, und wie sie neugierig aufeinander sind, statt den Vorurteilen der Eltern zu folgen. Dieses kindgerechte Lehrstück gegen Rassismus hat, das ist gut so, kein Happy End, es geht nach 50 Minuten melancholisch zu Ende. Julia Krachts Inszenierung, in geglückter Abstimmung mit Ausstattung (Nora Lau) und Musik (Timo Willecke), ist wohltuend zurückhaltend, ohne Effekthascherei, setzt ganz auf die Qualitäten ihrer beiden Darsteller. Linda Ghandour gibt eine entzückend freche und taffe indianisch-arabische Sabah. Dazu dann aber Benjamin Dami als Romain. Man kann es nicht anders sagen: Dieser Schauspieler ist ein Glücksfall für das Ingolstädter Theater.«