Max und Moritz (UA)

Musical nach Motiven von Wilhelm Busch

Ritzeratze knarrt es bei Wilhelm Busch, wenn die Anarchos Max und Moritz mal wieder zuschlagen, sich als Bürgerschreck aufspielen und zum Alptraum »braver Leute« werden. Körperverletzung steht ganz oben bei den Kids, weitere Straftaten folgen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Beleidigung, Tierquälerei und Hausfriedensbruch. Dieses Register hat es in sich und daran mag es gelegen haben, dass diese frühe Comic-Story nicht an Leser unter 18 Jahren weitergegeben werden durfte. Zu grausam, zu gewalttätig, zu wenig vergnüglich, hieß es und damit war klar, dass diese Geschichte nie ein Verkaufsschlager werden würde. Es sollte anders kommen: Gerade Max und Moritz haben Wilhelm Busch berühmt gemacht. Doch wen oder was repräsentieren diese beiden Halbstarken, die ihre Umwelt malträtieren, eine Gesellschaft zur Verzweiflung bringen und sich an sadistischen Experimenten ergötzen?

»Max und Moritz sind wohlstandsverwahrloste Youngster auf der Suche nach dem besonderen Kick, wenn sie mal wieder Hühner baumeln lassen und sich nächtens in fremde Wohnungen schleichen. Sie sind keine harmlosen Pubertierenden, sondern werden auch von einem terroristischen Impuls getrieben«, findet Regisseur Ekat Cordes. »Ihre Geschichte erinnert mich an das Musical ›Shockheaded Peter‹, das ich kürzlich inszenierte. Busch hat eine satirische Story geschrieben, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben, quasi als Experiment: Mal schauen, was geschieht, wenn Chaos und Terror in eine scheinbar korrekt funktionierende Gemeinschaft eindringen«.

Regie: 
Ekat Cordes
Musikalische Leitung, Komposition: 
Tobias Hofmann