Gras drüber (DSE)

David Spicer

Deutsch von Adina Stern

»Die Sache mit den Tieren ist, dass sie einfach zu gut schmecken.«

Die Toten soll man ruhen lassen. Doch die ewige Ruhe ist Martha nicht vergönnt, zumindest was ihre sterblichen Überreste betrifft. Dabei geht es den beiden Kerlen, die sich da des Nachts auf dem Friedhof eines kleinen Ortes im ländlichen England zu schaffen machen, gar nicht um Martha selbst. Jago und Marc haben es eigentlich auf die Söhne der Verstorbenen abgesehen. Die Brüder Gerry und Roger sind nämlich Besitzer einer Froschfarm. Ob Tierversuche oder Export in französische Gourmetküchen – den grünen Quakmäulern steht kein besonders charmantes Ende bevor. Das passt den Tierschutzaktivisten Jago und Marc so gar nicht. Ihr Plan: Mit den gestohlenen Gebeinen der Mutter wollen sie Gerry und Roger erpressen. Klingt zunächst mal nach einem kreativen Ansatz – wären da nicht Rogers Tochter Caro, die eine ganz eigene Agenda verfolgt, und der trottelige Dorfpolizist Inspektor Clout, der seine Nase in alles hineinsteckt. Gerry muss sich entscheiden: Will er seine Mutter zurück oder versteckt er lieber seine Cannabispflanzen vor dem wachsamen Auge der Gesetzeshüter? Sebastian Kreyer gibt mit dieser Produktion sein Debüt am Stadttheater Ingolstadt. Seine Inszenierung von »Gras drüber« ist die deutsche Erstaufführung von Spicers Werk. Kreyer meint zum Stück: »,Eine lustige Art, ernst zu sein‘, so hat Sir Peter Ustinov einmal Komik definiert. Was mir very british zu sein scheint. Genauso wie David Spicers Stück. Dessen Inhalt: Leichenschändung, Kidnapping, Drogen, militanter Veganismus. Und die Frage, wie schnell wir in Zeiten des Terrors bereit sind, uns von unseren Grundrechten zu verabschieden. Aber all dies nicht kopflastig oder mit erhobenem Zeigefinger geschrieben, sondern humorvoll, skurril und bitterböse - very british eben. Und das gefällt mir.«

Regie: 
Sebastian Kreyer
Ausstattung: 
Lena Thelen
Videoprojektionen: 
Valerij Lisac
Musikalische Leitung und Sounddesign: 
Valerij Lisac
Dramaturgie: 
Dr. Judith Werner
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Kathrin Lehmann
Premiere am ,
Kleines Haus