Die arabische Nacht

Roland Schimmelpfennig

»Die Nacht ist warm. Nichts rauscht mehr. Nur das Heulen. Klingt fast wie Wüstenwind.«

Als Träumen noch geholfen hat. Etwas stimmt hier nicht. Hausmeister Lomeier bemerkt es als erster. »Verdammt, kein Wasser!«- und das mitten im Sommer. Im Hochhaus herrscht brütende Hitze. Notstand! Lomeier geht der Sache nach. Im siebten Stock hinter Tür 32 rauscht es. Deutlich ist hier rieselndes Wasser zu hören. Mysteriös! Dort duscht Franziska wie jeden Abend. Und wie jeden Abend schläft sie danach bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Sofa ein und vergisst ihren Namen, vergisst, wer sie ist. Die Schlafsüchtige träumt, wie sie als Kind auf einem Basar entführt wurde, im Harem eines Scheichs heranwuchs und wie die eifersüchtige erste Frau des Scheichs einen schrecklichen Fluch über sie verhängte. »Jemand müsste sie wachküssen«, meint Fatima, ihre arabische Mitbewohnerin, und weiß nicht, dass gleich drei »Prinzen« der Melodie des Wassers folgen, um das orientalische Dornröschen zu küssen. Mit dabei ist ihr eigener Liebhaber Kalil...

Roland Schimmelpfennig spielt in seinem Stück mit Märchenanleihen und zeigt, dass Fiktion mächtiger sein kann als die Realität.

Regie: 
Marlene Anna Schäfer
Ausstattung: 
Jan Hendrik Neidert, Lorena Díaz Stephens
Klanginstallation: 
Olli Holland
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger
Premiere am ,
Großes Haus