Zurück zum Stück

Der Sandmann - Pressestimmen

Donaukurier – 12.04.2021
»Was für ein Spiel!«

»Insgesamt besticht die Produktion durch eine innovative Herangehensweise, eine spannende Aufbereitung des Stoffes und ein Ensemble in Höchstform. […] Schon mehrfach hat sich Alexander Nerlich als Spezialist für Erkundungen menschlicher Dunkelwelten erwiesen. […] In ›Der Sandmann‹ gelingt es ihm, das romantische Schauermärchen mit der Erbarmungslosigkeit der Gegenwart zu paaren, die Hoffmann'sche Grundstruktur aus dem Text des 19. Jahrhunderts zu kondensieren und virulente Themen des 21. Jahrhundert zu implantieren. […] Alexander Nerlich arbeitet mit vier Bildschirmen, über die das Publikum den Protagonisten aus verschiedenen Kameraperspektiven überwacht, durch die der albtraumhafte Golem spukt, auf die sich Clara im Facetime-Modus schaltet und wo schließlich auch Olympia generiert wird. Mitten hinein ins blaue Wolken- oder besser: Cloud-Kuckucksheim wird Theresa Weihmayr als Olympia gebeamt. […] Wie diese erste Begegnung zwischen Mensch und Maschine vonstatten geht, mit solch scheuer Zartheit, Unbedarftheit und emotionaler Konfusion – das gelingt Theresa Weihmayr und Péter Polgár unglaublich berührend. Überhaupt die Schauspieler: formidabel allesamt. […] Jan Gebauer als Stimme in Nathanaels Kopf geht einem in seiner raumgreifenden Niedertracht durch und durch. Theresa Weihmayr agiert so facetten- wie kontrastreich als abgeklärte Clara und artifizielle Olympia. Und Péter Polgár spielt sich mit Furor durch alle Stadien einer instabilen Existenz. […] Und das Ende ein echter Coup! Hier die verblassende Ödnis von Nathanaels Gefängnis, dort die verlockende Strahlkraft einer innovativen Parallelwelt. Alexander Nerlich schafft eindringliche Bildwelten, zu denen Malte Preuß einen düsteren Sound aus Tetris und Herzschlag, Sphärenklängen und Störgeräuschen kreiert. Raffiniert wird hier E.T.A. Hoffmanns schaurige Geschichte des ›Sandmanns‹ ins digitale Zeitalter transformiert und stellt dabei nicht nur Fragen nach Realität und Fiktion, Machbarkeit und Maschinenlogik neu – sondern auch die nach der Menschlichkeit.«

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

Nachtkritik – 10.04.2021
»Alexander Nerlich holt E.T.A. Hoffmanns romantische Schauergeschichte in seiner Zoom-Inszenierung in die digitale Gegenwart«

»Aus den Briefen der Hoffmann‘schen Erzählung wird im 21. Jahrhundert ein Videochat. Eine überaus reizvolle Aktualisierung. Das Spiel der Perspektiven, das auch schon in der Vorlage ein Spiel mit Nähe und Ferne ist, bekommt so eine neue Direktheit und Dringlichkeit. Die Technik schafft eine Nähe zwischen Nathanael und Clara, die in Wahrheit nur eine Illusion ist. Mehr noch als bei Hoffmann entpuppt sich die von Theresa Weihmayr gespielte junge Frau mit ihrem puppenhaft geschminkten Gesicht und ihrer gezielt ausdruckslosen Mimik als Projektion eines jungen Mannes, der schon immer nur in seiner eigenen engen Welt gelebt hat. […] Polgárs Darstellung, die in ihrer Überreiztheit etwas Theaterhaftes hat und doch kein typisches Bühnenspiel ist, spiegelt das Hybride dieser Inszenierung. Alexander Nerlich gelingt es, Theater und Film nicht zusammenzubringen, sondern bewusst kollidieren zu lassen. Das Kino ist in den bis zu vier Kacheln des Streams, […] allgegenwärtig. Immer wieder streut Nerlich Verweise auf Science Fiction- und Horrorfilme ein. […] Gerade die Bilder, in denen die digitalen Tricks offensichtlich werden, in denen der Green Screen unter den Projektionen aufzuscheinen scheint, verleihen dieser ›Sandmann‹-Variation etwas ganz und gar Eigenständiges. Das Theater, dieser ursprüngliche virtuelle Raum, holt sich zurück, was ihm Film und Fernsehen genommen haben.«

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

Süddeutsche Zeitung – 13.04.2021
»Ingolstadt bringt ›Der Sandmann‹ als klugen Stream«

Alexander Nerlichs Projekt ist »ungemein treffend, erhellend, ein sehr gelungener Kommentar auf unsere derzeitige Situation, zwingend erschaffen mit einem alten Text.«

Kulturkanal Ingolstadt – 12.04.2021
»spannende und […] theatralisch packende ›Aufführung‹«

»Regisseur Alexander Nerlich hat E.T. A. Hoffmanns düstere romantische Erzählung ›Der Sandmann‹ in einem digitalen Live-Theater-Format in einer digitalen Gegenwart inszeniert. Entstanden ist nicht abgefilmtes Theater unter Corona-Bedingungen, sondern ein faszinierendes Spiel mit digitalen Kommunikationsformen […]. […] Alexander Nerlich und dem Technik- und Videoteam des Stadttheaters ist eine überzeugende Hybrid-Version aus digitalem und Live-Theater gelungen, weil der Stoff genau diese Grenzverwischungen zwischen realer und phantasmagorisch/virtueller Welt zum Thema hat und dafür klug adaptiert wurde. […] Der immense technische Aufwand hat sich gelohnt. Mit dem Stoff von E. T. A. Hoffmanns ›Der Sandmann‹ ist Alexander Nerlich das Experiment gelungen, neue Formen des digitalen Erzählens zu erproben.«

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.