Felix Steinhardt / © Jochen Klenk

Amadeus

von Peter Shaffer

Deutsch von Nina Adler

Mozart ist ein Punk.
Der Wiener Hofkompositeur und Kapellmeister Salieri hat einen Pakt mit Gott geschlossen: Er glaubt, ein großer Musiker zu werden, wenn er frei von Sünden lebt. Dann taucht Mozart auf und Mozart ist ein Genie. Salieri erkennt das sofort und hadert mit dem Allmächtigen: ihm ist unbegreiflich, warum ausgerechnet dieser infantile »Punk« mit dem Faible für obszöne Witze mit Genialität gesegnet ist, und er, Salieri, nur mit einem mittelmäßigen Talent ausgestattet sei? Der Neider Salieri mutiert zum diabolischen Gegenspieler. Er setzt alles daran, Mozart zu vernichten, treibt ein perfides Spiel, intrigiert, demütigt, denunziert und vergiftet so das Leben des jungen Komponisten.
Salieris Kampf mit Mozart ist gleichsam ein Kampf mit Gott. Der Legende nach soll sich Salieri selbst des Mordes an Mozart bezichtigt haben, um wenigstens auf diese Weise Unsterblichkeit zu erlangen. Dreißig Jahre nach Mozarts Tod hörte alle Welt dessen Musik. Salieri wäre längst vergessen, wenn er nicht als Widersacher Mozarts in die Annalen der Geschichte eingegangen wäre.
»So war Mozart nicht«, soll Margaret Thatcher anlässlich des 1979 am Londoner National Theatre uraufgeführten Stückes gesagt haben. Dennoch bestimmte eben diese »Reizfigur« das Mozartbild einer ganzen Generation. Untermalt von Mozartscher Originalmusik avancierte »Amadeus« zum Welt-Theaterhit.

!Wichtiger Hinweis! Die Wetter-Hotline informiert an den jeweiligen Vorstellungstagen ab 18:00 Uhr, ob die Vorführung stattfinden wird: 0841 30547299.  

Inszenierung: 
Nikolaos Eleftheriadis
Bühnenbild: 
Florian Angerer
Kostümbild: 
Matthias Strahm
Musik: 
Willi Haselbek
Dramaturgie: 
Paul Voigt
Bühnenbildassistenz: 
Manuela Weilguni (Stephanie Mayr)
Kostümbildassistenz: 
Elena Friesen
Premiere am ,
Freilichtbühne im Turm Baur
Dauer: 180 Minuten, mit Pause
Donaukurier, Jesko Schulze-Reimpell – 26.06.2017
»viel schauspielerische[r] Elan«

Über »Peter Schaffers Erfolgsstück ›Amadeus‹«, »ein gelungenes Stück über die Mittelmäßigkeit« berichtet der Donaukurier begeistert: »Das Erfolgsgeheimnis steckt in den beiden höchst theatralischen Hauptrollen. (…) Vordergründig gesehen ist die Mozart-Rolle die wirkungsvollere: In Ingolstadt spielt Felix Steinhardt ihn wie ein überdrehtes HB-Männchen mit Hang zu extravaganter Garderobe.« Im Gegensatz dazu steht Mathias Zajgier als Salieri. »[E]r gibt dem Publikum die Perspektive auf die Geschichte. Virtuos wechselt er zwischen dem tattrigen Salieri im Rollstuhl des Jahres 1823 und dem jugendlichen der 1780er Jahre. (…) In den großen Dialogen (…) bekommt dieser ewig Mittelmäßige einen Moment der großen Tragik. Zajgier spielt das so ergreifend, dass man das Leiden dieses Menschen nachempfinden kann, trotz aller intriganten Boshaftigkeit, aller Hinterlistigkeit, mit der er Mozarts Existenz hintertreibt und aushöhlt. Und dann ist da noch Constanze, die überkandidelt Hübsche, herrlich gespielt von Sarah Horak.« Besonders »sticht Sascha Römisch heraus. Weil er der Rolle des Kaiser Joseph einen besonderen, oder besser gesagt einen besonders komischen Charakter verleiht. Unvergleichlich dieser ratlose Blick in die Weite, dieses joviale Getue, diese immer wiederkehrende Floskel ›Tja – das wär’s dann wohl‹, ein echter Running Gag.« Dank »so viel schauspielerischem Elan« kommen »Regisseur Nicolas Eleftheriadis und Bühnenbildner Florian Angerer (…) mit einem Minimum an Bühneneffekten aus.«

Neuburger Rundschau, Friedrich Kraft – 26.06.2017
»Die Inszenierung ist stimmig, berührend«
Über die Premiere des diesjährigen Freilichttheaters »Amadeus« berichtet die Neuburger Rundschau begeistert, denn »[d]ie Inszenierung ist stimmig, berührend.« »Zum Gelingen der Produktion trägt entscheidend der Bühnenbildner Florian Angerer bei – und zwar mit pfiffigen Ideen wie dem Konstrukt einer überdimensionalen Kutsche, deren Interieur zur zweiten Spielstätte wird, seitlich platziert im Halbrund der historischen Mauerkulisse. Exzellent agiert das Hauptdarsteller-Trio Matthias Zajgier (Antonio Salieri), Felix Steinhardt (Amadé Mozart) sowie Sarah Horak (Constanze, Mozarts Frau). Das Premierenpublikum zeigte sich von der (…) Inszenierung stark beeindruckt.«
Kulturkanal, Isabella Kreim – 26.06.2017
»intensive Aufführung«

Der Kulturkanal berichtet begeistert von diesem »eindringlich[en] Künstlerdrama«, das »Mit starken Schauspielern, einem originellen, raffinierten Bühnenbild und natürlich kurzen Musikeinspielungen aus Mozarts Werken« zu einer »intensive[n] Aufführung von Peter Shaffers Theaterstück ›Amadeus‹« wird. Dabei spielt »Felix Steinhardt (…) hervorragend die Veränderung des schwärmerischen, aufmüpfig infantilen jungen Mozart«. »Sarah Horak als Constanze geht einen (…) spannenden Weg von der überkandidelten Gespielin zu einer Frau, die ernüchtert in einer Welt bestehen muss, in der Salieri sie peinlich erpresst und sie hilflos zusehen muss, wie ihr Mann zugrunde geht. Matthias Zajgier spielt Salieri nicht als intriganten Fiesling, sondern als beflissen rechtschaffenen Mann, der überwältigt ist von Mozarts Musik und daher mit seiner eigenen Durchschnittlichkeit hadert. Vergnügliche Highlights (Highlights! Grammatik) sind die Auftritte von Sascha Römisch als Kaiser Joseph II. (…) [und von] Béla Milan Uhrlau und Maik Rogge [die] In großartiger Spiellaune (…) als die beiden Gerüchteverbreiter durchs Geschehen [irrlichtern]. Peter Reisser, Ralf Lichtenberg und Olaf Danner sind klar konturierte Hofschranzen, und selbst die Statisten wie Salieris statuenhafte Frau sind hervorragend typgerecht ausgewählt.« Insgesamt ist »›Amadeus‹ eine (…) tiefgehende Freilichtaufführung des Stadttheaters im Turm Baur.«