La Gazzetta

Dramma per musica in zwei Akten von Gioachino Rossini • Libretto von Giuseppe Palomba

Salzburger Landestheater

Reiches Mädel soll verheiratet werden, liebt aber einen Wirt. Der führt ein Gasthaus, in dem sich die Bewerber einstellen sollen. Dort wohnt gerade auch ein anderes (eher armes) Mädel, das einem Reisenden versprochen ist. Doch längst ist einer der Bewerber mit im Spiel. Und eine wichtigtuerische Alte, die ihre ganz eigenen Interpretationen vom Geschehen hat. Liebe und Triebe, Irrungen und Wirrungen, Verwechslungen und Verkleidungen, und schließlich ein Maskenball als Auftakt zu einem turbulenten Happy End: Als eine geradezu beispielhafte Opera buffa zeigt sich Rossinis »La Gazzetta«. Das Libretto beruht ursprünglich auf der 1763 erschienen Komödie »Il matrimonio per concorso« Carlo Goldinis, des Meisters temperamentvoller, temporeicher Commedia-dell’arte-Geschichten. Uraufgeführt 1816 im Teatro dei Fiorentini in Neapel, wurde »La Gazzetta« – benannt nach der Zeitung, in der das zu verheiratende Mädchen als künftige Ehefrau inseriert wird – ein beachtlicher Publikumserfolg, es gab 21 Wiederholungen. Heute gilt »La Gazzetta« als eines der unbekannteren Werke Rossinis, der bis zu seinem 37. Lebensjahr 39 Opern verfasste und dann im wahrsten Sinne des Wortes in Rente ging. 2011 wurde das Werk, das Rossini kurz nach dem Erscheinen mehrfach umarbeitete, in seiner Originalfassung rekonstruiert und im April 2013 in Boston erstmals wieder aufgeführt.

Ab ,
Großes Haus
Dauer: 170 Minuten, mit Pause
Donaukurier – 05.04.2019
»umjubeltes Gastspiel in Ingolstadt«
»Großartig spielen die Darsteller ihre Rollen aus, agieren mit sichtlichem Vergnügen, machen die inneren skurrilen Alpträume und Angstfantasien nach außen sichtbar, ohne dass die Inszenierung zu sehr ins Klamauk- oder Slapstickhafte abdriftet. Da fangen die Sommerfrischler regelrecht Feuer, während die Protagonisten von Krokodil und Ente heimgesucht werden. […] Eine humorvoll-hintergründige Persiflage auf den Einfluss der Printmedien – die nicht zuletzt auf eine körperbetonte Herangehensweise setzt (Choreografie: Paul Blackman). Genießerisch bewegen sich die Akteure zur Musik, geben sich lustvoll dem Rhythmus hin. Dazu sind Rossinis mitreißende, überdrehte Melodien bestens geeignet.«