Bacon / © Kalle Kuikkaniemi

Bacon

Choreografie: Nanine Linning • Musik: Jacob ter Veldhuis

Eine Produktion der Dance Company Nanine Linning in Kooperation mit dem Stadttheater Ingolstadt, Herstellung der Bühnendekoration in den Werkstätten des Theaters und Orchesters Heidelberg

Verdrehte Körper, offenes Fleisch, deformierte Gesichter, den Mund zum Schrei geöffnet: Friedlich ist das Werk Francis Bacons (1905–1992) nicht. Die einstige britische Premierministerin Margaret Thatcher nannte ihren Landsmann, der immerhin als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts gilt, gar »den Mann, der diese fürchterlichen Bilder malt.« Moderne Bilder in der Tradition der Schmerzensmaler, Darstellungen von körperlichem Leid, das Mensch und Tier zu bloßer Kreatur erniedrigt. Es sind die Bilder, die Nanine Linning noch immer inspirieren. 2005 wurde ihre Choreografie »Bacon« uraufgeführt – und erhielt prompt mit dem »Golden Swan« den wichtigsten Ballettpreis der Niederlande. 12 Jahre später macht sich Linning erneut auf Bacons Spuren. Sie arbeitet diesmal mit dem Lichtdesigner und Szenografen Jan Boiten sowie dem innovativen Komponisten Jacob ter Veldhuis und der Videodesignerin Juliane Noß zusammen – und holt sich den neuen Ansatz für ihre Choreografie direkt von Bacons Werk. Die erste Probe findet in der Nationalgalerie Stuttgart bei der großen Retrospektive »Francis Bacon. Unsichtbare Räume« vor 40 monumentalen Gemälden statt. »Unglaublich inspirierend!«, sagt Linning. »Bacons Gemälde haben für mich einen indirekten Bezug zu dem, was heute in der Welt geschieht. Ich sehe in seinem Werk die ständige Kriegsdrohung und die Angst der Menschen, und das beeindruckt tief.« Ihren Tänzern erspart die Niederländerin wie üblich dabei nichts. Tief taucht die Choreografie ein in die Baconschen Gefühlswelten aus Dominanz, Macht und Begehren. Mit exzessiver Körperlichkeit erforscht Linning fundamentale archaische Verhaltensmuster, die die Grenzen zwischen menschlichem und animalischem Sein verschwimmen lassen. »Mich interessiert das Tierische, das Instinkthafte. Ich nehme meinen Tänzern jegliche Stilisierungmöglichkeit, fordere sie auf, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Sie müssen brüllen wie wilde, ausgehungerte Raubtiere, aber geräuschlos, nur mit ihrem Körpern«.

Konzept, Choreographie, Kostüme, Szenographie: 
Nanine Linning
Musik: 
Jacob ter Veldhuis
Licht, Szenographie: 
Jan Boiten
Video: 
Juliane Noß
Company Manager: 
Thomas Guggi
Künstlerische Mitarbeit: 
Peggy Olislaegers
Stagemanager: 
Sanne de Boer
Choreographische Assistenz: 
Marie-Louise Hertog
Tanz: 
Pamela Campos, Boglarka Heim, Naomie Kamihigashi, Kyle Patrick, Stephen Quildan, Robert Robinson
Ab ,
Großes Haus
Dauer: 60 Minuten
Donaukurier – 15.10.2018
»Enthusiastischer Beifall für Nanine Linnings Tanzgastspiel ›Bacon‹«

Beeindruckt zeigt sich die Rezensentin des Donaukurier von »Bacon«: »Die Tänzer der Dance Company Nanine Linning begeistern mit unglaublicher Körperbeherrschung, sie scheinen jede einzelne Muskelfaser zu steuern und gezielt einzusetzen. […] Atemlos folgt der Zuschauer den ästhetischen Bewegungen der durchtrainierten Körper […]. […] Als das Licht ausgeht, herrscht erst atemlose Stille, dann bricht nicht enden wollender Applaus samt Pfiffen und Bravorufen aus. Ein ums andere Mal müssen die Tänzer zurück auf die Bühne kommen, und auch die Choreografin wird mitgefeiert.«

Fuldaer Zeitung – 12.04.2017
»ein intensives Abenteuer«

»Das Stück ist kein Tanztheater, an dem man sich distanziert erfreut, sondern ein intensives Abenteuer.«

Rhein Neckar Zeitung – 20.03.2017
»ein choreografisches Gemälde«

»Statt die Bilderwelt des Francis Bacon zu zitieren, kreiert Nanine Linning selbst ein choreografisches Gemälde [...]«

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