fremdKörper

Tanztheater für Ingolstadt!

Das SETanztheater begibt sich auf der Suche nach verbesserten Arbeitsbedingungen als kulturschaffender Flüchtling auf die Reise und beantragt die Aufnahme seines Ensembles am Stadttheater Ingolstadt. Was geschieht, wenn diese »fremdKörper« in das Konstrukt eines Stadttheaters eindringen, wo eigene künstlerische Werte gelten? Kann sich das SETanztheater integrieren oder muss eine Vertanztheatralisierung des hauseigenen Ensembles befürchtet werden?

 

Nachdem das erste Projekt »Frei und Wild« bereits erfolgreich abgelaufen ist, ist das nächste für die Spielzeit 2017/18 schon in Planung. »Bessermensch« ist Science Fiction Tanztheater über Menschen und Roboter und ist vor allem auf ein Publikum ab 10 Jahren ausgerichtet.

Die Jugend verbindet sich heute bereits wie selbstverständlich und mehr oder weniger bewusst mit der digitalen Technik und macht sie zu einem Teil des eigenen Ichs. Das rasante Tempo des technischen Fortschritts ist für sie etwas vollkommen Normales. Alle sind Technik affin und für neue intelligente digitale Produkte steht man schon mal gerne, heißen Tee trinkend und in warme Decken gepackt, die ganze Nacht über vor einem Geschäft und wartet die Öffnungszeit am nächsten Morgen ab. Bedenken über die Risiken, welche die Techniken bergen könnten, die sich mit unserer Lebensweise verweben, haben die jungen User kaum und gehen neugierig und ungehemmt auf jede Neuerung zu.

Der Mensch wurde bereits erfunden. Warum sollten wir uns als Maschine, als Roboter nachbauen und quasi neu erfinden? Empfinden wir uns selbst als nicht ausreichend, als nicht vollendet? Haben wir Sehnsucht nach einem Ebenbild in absoluter Perfektion oder schaffen wir uns einfach neue Freunde, die per Programmierung uns bedingungslos treu sein können? Und ja, erste heutige humanoide Robotertypen wie NAO oder iCup sind ja eigentlich ganz drollig, irgendwie süß.

Das Streben der Wissenschaftler einen menschenähnlichen Roboter, einen sogenannten Androiden mit künstlicher Intelligenz zu vereinen, ist vielleicht jedoch ein Prometheus Akt.

Was passiert denn mit den humanoiden Maschinen, wenn wir ihnen menschliche Gefühle uploaden und diese, genau wie wir, sogar selbständig dazu lernen können?  Und wer ist am Ende der bessere Mensch?
Gemeinsam wagen die Tänzer*innen des SETanztheater (Nürnberg) und die Schauspieler*innen des Jungen Theater Ingolstadt einen nicht allzu großen Quantensprung in die Zukunft um die Begegnung zwischen Menschenrobotern und Mensch durchzuspielen und um herauszufinden, ob sich der Androide zu einer eigenen Lebensform entwickelt hat.

 

»Frei und Wild«

Frei sein! Wild sein dürfen! Ein sehr verlockendes Versprechen, das leicht einzelne, konventions- beengte Bürger*innen hoffnungsvoll aus der Masse hervor an den Trog der Verheißung lockt. Doch nicht nur Einzelne fühlen sich angesprochen – alle ziehen mit. Am Ende war es nur ein kleiner Schritt des gesamten Mobs. Die ganze Herde bewegte sich gerade einmal nur ein kleines Stückchen weiter nach rechts. Nur? Frei nach Eugene Ionescos absurdem Theaterstück »Die Nashörner« erzählt der Choreograf Sebastian Eilers mit seinem vierköpfigen Ensemble die Liebesgeschichte der beiden Figuren Behringer und Daisy in den Wirren einer Massenpolarisierung. Neben den Tänzer*innen mischen eine Deutschrock-Band und zahlreiche Groupies das Theater auf.

 

 

Gefördert vom Fond Doppelpass der
Kulturstiftung d Bundes/

 

In Kooperation mit  Kuturzentrum  neun: Logo