Junges Theater

»Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab,
die gerade jetzt lesen lernen.« Astrid Lindgren

Denn: »Phantasie ist nicht Ausflucht. Sich etwas vorstellen, heißt, eine Welt bauen, eine Welt
erschaffen« (Eugene Ionesco)


Phantasie an die Macht. Unbedingt. Ohne Phantasie keine Visionen. Und ohne die sieht es traurig
aus in der Welt. Wir brauchen Menschen, deren Vorstellungskraft über das übliche Maß hinausgeht.
Deren Phantasie so unbegrenzt ist, dass sie Welten erschaffen können. Neue Welten, andere Welten,
vielleicht auch bessere. Wir brauchen sie dringend, diese verstiegenen Zukunftsutopien und die
Phantasten, die den Mut haben, sie zu denken, zu entwickeln und durchzusetzen. Die mutig daran
glauben, dass Ausgedachtes Realität werden kann. Wir brauchen Hirngespinste, wenn wir unsere
Welt durch die vielen drängenden Zukunftsfragen hindurchschiffen wollen.
Astrid Lindgren hatte recht: Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt von den jetzt jungen
Menschen ab. Auch von unserem Publikum. Wir sind uns ebenfalls sicher: Je mehr in die Phantasie
von jungen Menschen investiert wird, desto mehr investieren wir in eine bessere Zukunft. Deshalb
glauben wir an die Kraft des Theaters: In den Geschichten, die wir erzählen, ist sie zu Hause, die
Phantasie. So begegnen wir auch nächste Spielzeit wieder einigen Charakteren, die Kraft ihrer
Phantasie ihr Leben und das anderer zu ändern vermögen. Dem Sams, das sich unerschrocken und
frech der Welt stellt und den ängstlichen Herrn Taschenbier zu einem mutigen Menschen macht. Dem
Mädchen Lisa, die sich mit ihrem »ziemlich seltsamen Freund Walter« einen imaginären Vertrauten
herbeiphantasiert, der Bewegung in ihren tristen Alltag bringt. Oder Carolin Emcke, die in ihrem Buch
»Gegen den Hass« eine offene Gesellschaft utopiert. Wir begegnen dem Problemschüler aus dem
Klassenzimmerstück »Jump_Spring«, der erst mithilfe seiner Vorstellungskraft den Glauben an sich
selbst findet, dem Phantasietier Klippschliefer, das wütend ist, weil die Sonne jeden Abend untergeht,
und nicht zuletzt Paul und Paula aus »Was heißt hier Liebe«, die an die romantische Verrücktheit der
»Liebe« glauben.
Weil Phantasie die Welt verändern kann, glauben wir daran, dass Kunst und Kultur feste Bestandteile
jeglicher Bildung sein müssen. Also auch das Theater. Dass Theater (verpflichtendes) Schulfach
wird und dass Theaterbesuche nicht mehr nur von einzelnen engagierten Lehrern abhängen, dass
ein zweiter oder sogar dritter Theaterbesuch im Schuljahr nicht mehr die Ausnahme bleibt, das
wünschen wir uns. Bis dahin ist es noch ein Stück Weg.
Wir freuen uns natürlich auch jetzt schon über all die vielen jungen Menschen, die zu uns kommen, die
wir begeistern und denen wir Mut machen und verrückte Ideen in die Köpfe pflanzen können.


Bis bald im Jungen Theater!


Julia Mayr
und das Team des Jungen Theaters