Junges Theater

Liebes Publikum

diese unwägbaren Zeiten haben auch eins gezeigt: Kinder brauchen und wollen Theater. Immer wenn Vorstellungen stattfinden konnten, war unser junges Publikum zur Stelle. Das hat uns motiviert und durch diese nervenaufreibende Zeit getragen, deshalb ist es mir ein großes Bedürfnis, an dieser Stelle allen jungen Zuschauer*innen sowie Multiplikator*innen und Lehrer*innen von Herzen für Ihre Unterstützung und Treue zu danken.

Ich habe in dieser Pandemie mehr denn je gemerkt, wie elementar Kultur für junge Menschen ist. Kunst kann ein Zufluchtsort sein, an dem sich Frei-Raum für Fantasie öffnet. So wird Theater ein geschützter Diskursraum, um gemeinsam über die Welt nachzudenken. Über Schönes, Skurriles und Trauriges. Theater kann dabei beglücken und aufregen, inspirieren und fordern, Gespräche anstoßen sowie Austausch fördern. Theater regt dazu an, Widersprüche auszuhalten und die eigenen Sichtweisen zu hinterfragen. Dadurch wird es zu einem Ort des voneinander Lernens, auf Augenhöhe unter Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven. Theater ist ein Möglichkeitsraum, in dem sich alle mit- und aneinander weiterentwickeln können.

Genau deshalb ist kulturelle Bildung absolut unverzichtbarer Bestandteil von Bildung.

Um die Teilhabe daran für noch mehr Kinder und Jugendliche zu ermöglichen, möchten wir uns in der nächsten Spielzeit ein Stück weit aus unserem gewohnten Umfeld herausbewegen.

Im Piustreff werden wir einen neuen Ort bespielen und in Kooperation mit der Christoph-Kolumbus Schule wollen wir suchend und forschend in ein Viertel vorstoßen, in dem das Theater bisher wenig präsent ist. Dort möchten wir unsere Zugänglichkeit auf den Prüfstand stellen und das Theater neu befragen. Wie müsste es aussehen, ein Theater für Alle?

Dafür bemühen wir uns außerdem, den Zugang zum Theater barrierefreier zu gestalten. Die begonnenen Wege, die wir für SÜDWIND eingeschlagen haben, wie Veröffentlichungen für alle sprachlich leicht zugänglich zu halten sowie ausgewählte Vorstellungen mit Gebärdendolmetscher*innen, nonverbal oder auch mehrsprachig anzubieten, möchten wir unbedingt weiter verfolgen.

In einer Stadt, in der jedes Kind durchschnittlich zweimal im Jahr ins Theater geht, ist ein Junges Theater fest verankert. Um Teilhabe für wirklich alle zu ermöglichen, braucht das Junge Theater sehr viel mehr Platz, auch dafür benötigen wir das neue Kleine Haus. Das Junge Theater braucht dringend einen Ort in der Zukunft, sonst verspielen wir unsere Bemühungen der letzten 10 Jahre.

Auf bald im Jungen Theater

Julia Mayr
und das Team des Jungen Theaters

Ansprechpartner*innen

Für Kartenbestellungen für Schüler- und Kindergartenvorstellungen wenden Sie sich bitte an das Künstlerische Betriebsbüro unter (08 41) 305 47 227 oder nutzen Sie unser Onlineformular.