Kammerspiele - Häufig gestellte Fragen


Warum braucht das Stadttheater überhaupt Kammerspiele? Es hat doch schon so viele Spielstätten!

Das Stadttheater Ingolstadt muss dringend saniert werden: Technik, Brandschutz, Klimaanlage und Bausubstanz sind veraltet. Je länger man die Sanierung aufschiebt, desto teurer wird es. Ganz zu schweigen von den schwierigen Arbeitsbedingungen, unter denen die Mitarbeiter*innen des Stadttheaters im unsanierten Gebäude derzeit leiden. 
Während der Sanierung muss das Theater geschlossen werden, mindestens für zwei bis drei Jahre. Daher braucht es für diese Zeit eine Ausweichspielstätte. Diesen Zweck können unsere anderen Spielstätten nicht erfüllen: das Kleine Haus ist marode, Studio und Werkstatt sind viel zu klein und Turm Baur nur für einen sehr kurzen Zeitraum verfügbar. Deswegen müssen die Kammerspiele gebaut werden, um einen Theaterbetrieb während der Sanierung zu garantieren. 


Kann man während der Sanierung nicht ein Zelt aufstellen? Andere Theater machen das doch auch!

In Ingolstadt gibt es keine großen Brachflächen oder leerstehende Fabrikhallen, wie etwa in Augsburg, auf die man ausweichen könnte. Und ein provisorisches Zelt kostet Millionen und ist nicht nachhaltig. Die Kammerspiele hingegen könnte man nach der Sanierung weiternutzen - und der Platz wird auch nach der Sanierung dringend benötigt werden: Denn das Stadttheater hat strukturelle Probleme, weil es zunächst als reines Bespieltheater ohne eigenes Ensemble geplant war. Es fehlen also Arbeitsräume, Werkstätten, Probebühnen und Lagerflächen. Die Kammerspiele können all das bieten und haben zudem Platz für 250 Zuschauer. Damit kann auch das marode Kleine Haus in Zukunft ersetzt werden. Die Kammerspiele sind somit eine langfristige und nachhaltige Lösung aller Probleme.


Aber so ein Neubau kostet doch bestimmt viel Geld - kann sich das Ingolstadt überhaupt leisten?

Natürlich gibt es so einen Neubau nicht umsonst - allerdings unterstützt uns der Freistaat Bayern dabei großzügig. Wir bekommen eine Förderung von mindestens 80 Millionen Euro der abzugsfähigen Kosten. Das sollten wir nutzen: Denn das Theater wird die ganze Stadt attraktiver machen! Es soll ein Bürgertheater werden, ein Ort, der ein kultureller Treffpunkt für viele Menschen ist - mit einer hohen Aufenthaltsqualität.


Naja, aber richtet sich Theater denn nicht eigentlich nur an ein kleines, elitäres Zielpublikum?

Ganz im Gegenteil! Wir haben den Künettegraben bespielt und Hochhaus-Dächer, das Dach der Audi-Entwicklung, den Theaterplatz und das Donau-Ufer, wir haben im ganzen Haus eine gigantische Tanznacht gefeiert und beim Futurologischen Kongress knapp 15.000 Besucher angelockt. Wir veranstalten die Mai-Sause auf dem Theaterplatz, das Café International als Ort der Begegnung in der Stadtmitte, und seit Jahren den stets ausverkauften Abend „sleepless“ auf dem Parkdeck am Nordbahnhof. Außerdem reisen wir mit unserer mobilen LKW-Bühne in die Vororte der Stadt und spielen dort auf – das ist alles andere als elitär. Ganz zu schweigen, von der Arbeit des Jungen Theaters und der Theatervermittlung im Konradviertel und anderswo: Das Junge Theater hat über 35.000 Besucher im Jahr und ist gleichzeitig auf kleinere Spielstätten als das Große Haus angewiesen. Doch ob die derzeitige Werkstatt für das Theater erhalten bleibt, wissen wir nicht. Denn vielleicht muss dort die Klimatechnik für den Hämer-Bau installiert werden. Also braucht auch unser Junges Theater die Kammerspiele, wenn es fortbestehen soll. Obendrein können  die Jugendclubs dort eine Heimat finden. Es soll ein lebendiges quirliges Haus werden, das die Altstadt nicht nur am Abend belebt.