#HERZKAMMER. KAMMERSPIELE JETZT!

Das Stadttheater Ingolstadt, das berühmte unter Denkmalschutz stehende Bauwerk von Hardt-Walther Hämer, das bei der Weltausstellung 1967 in Montreal im Deutschen Pavillon ausgestellt war, muss dringend saniert werden! Technik, Brandschutz, Klimaanlage, Bausubstanz, fehlende Lagerfläche – überall ist dringender Handlungsbedarf! Ein weiterer Aufschub auf  den Sankt Nimmerleinstag verschlimmert nur die aktuelle Situation, ist eine arbeitsplatztechnische Zumutung für die MitarbeiterInnen und wird die tatsächliche Sanierung nur deutlich verteuern. Während der Sanierung muss das Theater geschlossen werden, mindestens für zwei bis drei Jahre.

Das Theater hat strukturelle Probleme, weil es zunächst als reines Bespieltheater ohne eigenes Ensemble geplant war. Es fehlen Arbeitsräume, Werkstätten, Probebühnen, Lagerflächen. Deshalb werden die Kammerspiele dringend gebraucht! Das ist eine langfristige und nachhaltige Lösung aller Probleme.

Niemand würde verstehen, wenn während der Generalsanierung kein Theaterangebot möglich wäre.

Während der Zeit der Generalsanierung dienen die Kammerspiele  als Ersatzspielstätte. Alle Vorstellungen im Kleinen Haus und im Studio sind derzeit auf Monate ausverkauft! Das Theater benötigt dringend einen Saal für 250 bis 300 Zuschauer!

Die Kammerspiele sollen ein selbstbewusstes Zeichen sein für die Zukunft dieser Stadt. In unmittelbarer Nähe des Stadttheaters erleichtern sie die Arbeitsbedingungen, sind Treffpunkt für Kunst und Kultur in der Mitte der Stadt, öffnen die Stadt zur Donau und symbolisieren die Zukunft! Das Junge Theater findet in den Kammerspielen eine Heimat.

Niemand würde verstehen, wenn das Theaterangebot für Kinder und Jugendliche reduziert werden müsste!

Die Schulvorstellungen des Jungen Theaters sind bis zum Ende dieser Spielzeit ausverkauft!
Die Kammerspiele werden ein Spiel- und Aufenthaltsort für alle Generationen: Für den Abendspielplan, das Junge Theater, die Spielclubs und die im Aufbau befindliche Bürgerbühne. Die Kammerspiele sind das Herz der Stadt:

#HERZKAMMER. Kammerspiele jetzt!

 

»Niemand würde verstehen, wenn wir dafür Stellplätze opfern.«

Dieses Zitat eines CSU-Stadtrats war in der Ausgabe vom 18. Dezember 2018 im Donaukurier als Kommentar zum geplanten Neubau der Kammerspiele zu lesen. Der Satz ist von bemerkenswerter Offenheit, drückt er doch deutlich den Stellenwert von Kunst, Kultur und kultureller Bildung aus: Er liegt deutlich hinter Parkplätzen. Erst der Parkplatz, dann die Kultur. Und der Satz ist von religionsphilosophischer Weisheit: Die Kunst, das Theater, wird zum quasi göttlichen Wesen hochstilisiert, dem man dann das Liebste opfern muss – Gott befiehlt Abraham  seinen Sohn Isaak zu opfern -, in dem Fall: Das Auto. Jetzt könnte man natürlich die Populismus-Keule schwingen und sagen, dass es unfair sei, die Freiheit des Autofahrens auszuspielen gegen eine Zwangsbeglückung durch die Kunst. Aber so einfach ist das nicht, denn der Stadtrat war ja Mitglied im Preisgericht und hat für die Entwürfe gestimmt, die Stellplätze im Parkhaus tangieren. Das war bekannt. Der »Niemand würde verstehen« – Satz heißt also eigentlich: Man stimmt für einen Entwurf, den man dann als Politiker ablehnt .  Hmm. Das verstehe, wer will.

Das Parkplatz-Argument will den Bau der Kammerspiele verhindern, nachdem die Brisanz der Bau- und Sanierungskosten entschärft wurde: Der Freistaat übernimmt 75 bis 80% der abzugsfähigen Kosten! Billiger für die Stadt geht es nicht! Auch Oberbürgermeister Dr. Lösel war von dieser Zusage positiv überrascht. Trotzdem werden Kostengründe gegen den Bau der Kammerspiele verwendet. Und wenn Argumente über die Baukosten dünner werden, dann warnt man schon mal vorsorglich vor »zu erwarteten Folgekosten für Betrieb und Bauunterhalt« (FW).  Es wäre schön, wenn darüber mit den Nutzern gesprochen hätte, bevor man darüber öffentlich spekuliert. Wahr ist:

Niemand würde verstehen, wenn die Stadt Ingolstadt viele Millionen Zuschüsse durch den Freistaat ignorieren würde!

 

Wir wollen wissen, ob das Parkplatz-Argument stimmt. Faktisch entfallen nicht mehr als 200 Stellplätze – es bleiben genug Parkplätze für Großveranstaltungen im Innenstadtbereich erhalten! Ist es tatsächlich unzumutbar auf einige Stellplätze zugunsten eines Theaterbaus zu verzichten? Will Ingolstadt das deutsche Detroit sein? Ist das Auto tatsächlich die Zukunft unserer Innenstädte? Können wir unsere Städte ausschließlich durch Einzelhandel und Gastronomie beleben? Oder ist es eher ein Konzept von (bezahlbarem) Wohnen und Arbeiten, start-ups, Kultur, Wissenschaft und Kunst? Funktioniert das Konzept von shared space? Wie grün soll die Stadt sein? Und: Was ist die HERZKAMMER der Stadt?

Darüber wollen wir sprechen.  Am Dienstag, den 22. Januar um 19:00 Uhr: Kammerflimmern1. Im Mittleren Foyer des Stadttheaters. Das Ensemble und die Belegschaft sind anwesend! Die unterschiedlichen Modelle für die Kammerspiele werden vorgestellt. Das Ensemble wird Sie musikalisch unterhalten. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Sie sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren, mit zu träumen, mit zu schwärmen, mit zu rechnen! 

Und beachten Sie bitte die Ausstellung aller Entwürfe für die Kammerspiele im Lechner-Museum ab dem 10. Januar und die der drei Sieger-Entwürfe zusätzlich im Mittleren Foyer. Auf der Homepage des Stadttheaters und im Theaterblog finden Sie zahlreiche Beiträge zum Thema. Und nicht zuletzt liegen im Theaterfoyer Unterschriftenlisten aus. Stimmen Sie zu:
Der Verlust von ca. 200 Stellplätzen ist uns der Bau der Kammerspiele wert.

#HERZKAMMER. Kammerspiele jetzt!