Das Theater in Ingolstadt seit 1945

(nach Rudolf Koller und Siegfried Hofmann)

Nach dem Zusammenbruch von 1945 entstand kulturelles Leben in Ingolstadt nur zögernd. Das Leben in der zu einem erheblichen Teil zerstörten Altstadt hatte Dringlicheres erfordert: das Räumen von Schutt, die Sicherstellung des unmittelbaren Lebensbedarfs, nicht zuletzt die Beschaffung von Wohnungen unter erschwerten Bedingungen. Und doch gab es die Erfahrung, dass der Mensch nicht nur vom Brote lebt, und dass diese auch zu Ausdruck und Gestaltung drängt, am unmittelbarsten wohl zum Wort.

So hatte es nicht einmal ein Jahr nach dem Zusammenbruch gedauert, bis das Stadttheater, dessen Bau am Rathausplatz den Bomben zum Opfer gefallen war, den Betrieb wieder aufnehmen konnte, und zwar am 20. Februar 1946 mit Hofmannsthals »Jedermann«, in einem zum Theater durch Stadtbaurat Peter umgebauten Saal des Rappensberger Kellers, der immerhin 462 Sitze aufwies und bis 1965 Spielstätte blieb. (Das Gebäude beherbergt heute das Kulturreferat.) Der erste Nachkriegsintendant Hans E. Berg schildert die Anfänge in Ingolstadt in seinem Buch »Es kommt ein Wagen her aus Böhmen…«.

Das Behelfstheater in der Proviantstraße

»Boomte« das kleine Behelfstheater in den ersten Nachkriegsjahren, so hatte es nach der Währungsreform 1948 sehr rasch um seine Existenz zu kämpfen, denn sowohl Stadtrat als auch die Besucher wurden sich dem wiedergewonnenen Wert des Geldes sehr rasch bewusst. Ein hartes Ringen um den Bestand setzte ein. Das Theater spielte ums Überleben.

Hans E. Berg verließ die Stadt und Toni Graschberger wurde sein Nachfolger. Im Februar 1950 spitzte sich die Situation in Stadtrat und Öffentlichkeit erneut zu. In dieser wohl schwierigsten Situation hatte Intendant Graschberger für Ingolstadt einen Oberspielleiter gewonnen, der später zu den großen Repräsentanten des deutschen Theaters zählen sollte: Kurt Hübner.

Dank seiner vielen Inszenierungen in den Spielzeiten 1949/50 und 1950/51 erwies sich in Ingolstadt das Theater als geistige Kraft, die den Zuschauer forderte und Orientierung gab. Mit sparsamsten Mitteln machte er anspruchsvolles Theater. Von seinen Inszenierungen genannt seien in der Spielzeit 1949/50: die Erstaufführung von Romain Rollands »Spiel von Tod und Liebe« (Hübner spielte den Carnot), »Des Teufels General«, im Allerheiligenprogramm Hofmannsthals »Der Tor und der Tod« (Hübner spielte Claudio), »Nathan der Weise« (Hübner als Saladin), aber auch Klassiker wie »Minna von Barnhelm«, »Die Räuber« und der »Diener zweier Herren«.

Dann brach er in der – damals zugegebenermaßen sehr konservativen – Stadt Marieluise Fleißers im Blick auf die bevorstehenden Ingolstädter Erstaufführung von »Herr Puntila und sein Knecht Matti« am Ostersamstag eine Lanze für Brecht. Wir täten uns keinen Gefallen, wenn wir das Anliegen Brechts nach Hilfe, Mitleid und Besserung statt als human-christliche Forderung anzuerkennen, als östliche Propaganda-Mache ablehnten. Ingolstadt wartete mit Hochspannung auf die Erstaufführung am Ostersamstag, etwas davon war noch in der Rezension vom 12. April 1950 im DONAUKURIER zu verspüren: »Das – ab und zu offensichtlich schockartig verblüffte – Publikum konnte schließlich doch nicht an sich halten und brach in einen so starken und ehrlichen Schlussbeifall aus, dass dieses (stil- und sicht-mäßig) moderne Stück zur erfolgreichsten Erstaufführung dieser Spielzeit (einschließlich der Operetten) wurde.«

Kurt Hübner hat in Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Theo Lau damals das Theater in Ingolstadt gerettet. Er hat vor Augen geführt, was das Theater trotz finanzieller und örtlicher Beschränkung auch in einer »Provinzstadt« einzubringen vermag.

Am 30. Juni 1951 eröffnete das Stadttheater die »schönste Freilichtbühne Oberbayerns»: »Im Königsbruch«, gemeint war der Demlinger Steinbruch, mit »Tell«, auf den der »Meineidbauer« folgte. Im September 1951 brachte Graschberger mit dem »Starken Stamm« (ein Jahr nach der Uraufführung an den Münchner Kammerspielen) erstmals ein Werk von Marieluise Fleißer auf die Ingolstädter Bühne.

Und wo spielte das Ingolstädter Stadttheater nicht überall: Der Donau-Kurier vom 19. Oktober 1949 nannte: Eichstätt, Neuburg, Weißenburg, Donauwörth, Treuchtlingen, Beilngries, Hilpoltstein, mit Pfaffenhofen und Mainburg stehe man in Verhandlungen.

Dennoch war die Zukunft des Theaters noch lange nicht gesichert, auch wenn es gutes, manchmal sehr gutes Theater gab. Die Diskussion um die Weiterführung des Ensembles flackerte immer wieder bedrohlich auf. So 1954/55. Der Intendantenwechsel von Dr. Carl Max Haas, der dem Theater von 1952 bis 1955 zum zweiten Mal (nach Entnazifizierungspause, er war zugleich der letzte Intendant bis 1944 gewesen) vorgestanden war, zu Otto Friedrich Schöpf war schließlich mit der Aufgabe des Musiktheaters zu Gunsten des Schauspiels verknüpft. Otto Friedrich Schöpf stand den kleinen Theater bis zu seinem überraschenden Tod 1963 vor, sein Oberspielleiter Georg Hahn brachte den Spielbetrieb im »Rappensberger Keller« zu Ende, ehe am 30. April 1965 (also nach über 19 Jahren Bespielung) der endgültige letzte Vorhang für das Behelfstheater in der Proviantstraße fiel.

Der Neubau eines Theaters wird beschlossen

Am 22. April 1959 fasste der Ingolstädter Stadtrat den Entschluss, ein neues modernes Theater zu bauen. Diese Idee hatte erst jahrelang in den Köpfen der Stadtpolitiker reifen müssen. Noch im Dezember 1953 blieb das Projekt im Abstimmungspatt stecken. Erst die Unterstützung durch einen Theaterverein, der mit einem erweiterten Programm schon im Jahr darauf zum Kulturverein wurde und im Handumdrehen über 100 Mitglieder zählte, einen Fonds gründete und erfolgreich damit begann, Spenden für das Theater zu sammeln, ließ das Vorhaben reifen.

Seit 1958 machte man sich über den Standort des Theaters Gedanken: entweder jenseits der Donau und fernab der Innenstadt im Idyll des Luitpoldparks oder am diesseitigen Donauufer auf dem Terrain des ehemaligen Militärbahnhofs an der Schloßlände. Intendant Schöpf träumte indessen schon von einer die alte Guckkastenbühne überwundenen, Variante erlaubenden »Raumbühne«. Der Stadtrat reiste durch das Land und erhoffte sich Anregungen von bereits errichteten neuen Stadttheatern. Dann entschied man, das neue Theater am Südostrand der Innenstadt unweit des Neuen Rathauses zwischen dem Schloss, dem spätgotischen Herzogskasten und der Donau zu bauen – gegenüber der eindrucksvollen Festung, die dort nach einem Entwurf von Leo von Klenze errichtet worden war.

Zu dem bundesweit ausgeschriebenen Ideenwettbewerb für ein Theater- und Konzerthaus mitsamt einer Gaststätte, einem Hallenbad und einer Bücherei wurden 73 Entwürfe eingereicht und keineswegs nur von unbekannten Talenten. Unter den Teilnehmern fand sich neben den Münchnern Peter Lanz und Ernst Maria Lang auch der Stuttgarter Günter Behnisch, später der Architekt des Münchner Olympiastadions von 1972, den die Preisrichter hier aber nur mit dem Ankauf seines kecken, scharfkantigen Entwurfs ehrten.

Die Jury vergab am 26. Januar nur zwei zweite Preise. Angeblich hätte keiner der beiden damit ausgezeichneten Verfasser – der Nürnberger Walter Mayer und die Sozietät von Hardt-Walther Hämer und Marie-Brigitte Hämer-Buro – die schwierige Aufgabe zu aller Zufriedenheit gelöst, nicht in der Anordnung der Funktionen im Innern, auch nicht in der »Unterordnung der neuen Gebäude oder Gebäudegruppen« unter die ringsum bestehenden historischen Bauwerke, das Stadtbild werde irritiert. Am Vorschlag des Ehepaars Hämer wurde zugleich bemängelt, sein Bühnenturm sei zu niedrig geraten, die »plastischen Aufbauten« überzeugten »In ihrer Form und vor allem in ihrem Zusammenhang nicht ganz«, außerdem werde den Gästen des Theaterrestaurants beim Kaffeetrinken der Blick auf die Donau verweigert.

Die Erklärung für diese Entscheidung lag in den gegensätzlichen Hauptpersonen der Jury, die sich nicht einigen konnten: ihrem Vorsitzenden Gerhard Graubner aus Hannover, der ein redlicher Freund nüchterner Rechtwinkligkeit war, und dem Stuttgarter Rolf Gutbrod, der als Schöpfer der Stuttgarter Liederhalle bereits mit seiner Neigung zu ungewohnten Formen Aufsehen erregt hatte.

Der heimliche Favorit war aber stets der Entwurf der Sozietät Hämer, zu dessen Befürwortern mindestens zwei der »Laienpreisrichter« zählten, der Ingolstädter Oberbürgermeister Josef Listl und besonders der außerordentlich engagierte Verleger des Donaukuriers, Wilhelm Reissmüller.

So erstaunte es niemanden, dass der Kulturausschuss des Stadtparlaments den von der Jury unausgesprochen favorisierten Entwurf am 7. November 1960 empfahl.

Unterdessen hatte man das umfangreiche Bauprogramm entschlackt, hatte für das Hallenbad einen anderen Bauplatz gefunden und das Büchereiprojekt aufgegeben. Wenige Tage später wurden die Architekten mit dem Theaterbau beauftragt.

Im folgenden Jahr erläuterte Hämer dann den Ingolstädter Bürgern in einem Vortrag seinen Entwurf. Das aufgeschlossene Publikum attestierte diesem »überzeugende Reife«, die städtebauliche Einordnung sei dem Architekten »musterhaft gelungen«. Der vieleckige Bau werde »nicht einfach auf den Platz gestellt«, er werde »aus der Umgebung herauswachsen, ganz natürlich ihr zugehörig«. Im Theater selber werde man des Geldes wegen zwar »auf das letzte Raffinement verzichten« müssen, es würde dennoch »modernsten Anforderungen gerecht werden.«

Der Bau beginnt

Schon am 14. November 1960 beauftragte der Ingolstädter Stadtrat das Büro Hämer mit der Planung des Komplexes, knapp zwei Jahre später genehmigte er die Ausführungspläne, kurz darauf begannen die Erdarbeiten, dann wurde mit dem Rohbau begonnen. Währenddessen war beim Bauherrn eine entscheidender Sinneswandel eingetreten. Bisher war das Theater als ein sogenanntes Gastspieltheater konzipiert worden, weil man Zweifel hegte, den Saal Tag für Tag füllen zu können, und glaubte, sich ein eigenes Ensemble mitsamt dem dazu gehörenden Apparat und damit viel Geld sparen zu sollen. Doch nach und nach wuchsen die namentlich von Münchner Kennern vorgebrachten Zweifel, genügend reisende Theatertruppen von hinreichender Qualität zu finden, die den aufwendigen Neubau rechtfertigten. Und so entschieden sich Kulturausschuss und Stadtrat letztlich doch für die (Neu-)Gründung eines eigenes Ensembles. Im Oktober 1964, nachdem der Bau schon weit fortgeschritten war, wurden die Architekten beauftragt, die dafür notwendigen Ergänzungsräume in den Bau zu integrieren, die Werkstätten, den Malersaal und das Magazin.

Ein halbes Jahr danach – im April 1965, fiel – einem Vorschlag der Architekten folgend – eine Entscheidung von kulturpolitischer Bedeutung: Die Hämers wurden damit beauftragt, die dem Theater westlich und Südlich vorgelagerten Terrassen nicht, wie vorgesehen, mit Erde aufzuschütten, sondern die Hohlräume auszubauen und die beiden damit gewonnen, lang gestreckten, im Winkel zueinander angeordneten, 671 Quadratmeter großen Räume dem sehr rührigen Kunstverein zur Verfügung zu stellen. (Der südliche Ausstellungsraum wurde 1967 auf Betreiben des Intendanten Heinz Joachim Klein zur Werkstattbühne des Theaters umgewidmet.)

Da sich mittlerweile bedeutende Industriewerke im Stadtgebiet angesiedelt hatten und immer neue nachfolgten, hatten sich die städtischen Gewerbesteuereinkünfte so vermehrt, das der Kulturverein sein gesammeltes Geld allein für die Kunstwerke im und am Theatergebäude hergeben konnte. Dies geschah bei der Grundsteinlegung. In die Kunst-Auswahlkommission bat der Verein neben Hämer auch den Verleger Reissmüller, den Stadtbaudirektor Wilhelm Lutter und den Baurat Straub, allesamt Fürsprecher des Theaterbaus.

Eröffnung 1966

Am 21. Januar 1966 fand die festliche Eröffnung des neuen Theater statt, mit Mozart »Hochzeit des Figaro« als Gastspiel der Bayerischen Staatsoper, einer Inszenierung des in Ingolstadt gebürtigen Staatsopernintendanten Rudolf Hartmann. Das Ensembles des Stadttheaters unter dem Intendanten Werner Eisert eröffnete einige Tage darauf mit Anouilhs »Becket oder die Ehre Gottes«. »Intendant und Ensemble mussten sich in dem neuen Haus erst zurechtfinden, über Nacht gab sich die Theaterkritik in ihrem Anspruch gnadenlos großstädtisch, das erste Jahr im neuen Haus konnte nicht zu einem Triumphzug werden.« (Siegfried Hoffmann)

Dennoch blieb die Entscheidung, das Theater als Schauspiel in eigener Regie weiterzuführen und nicht auf eine Bespielung auszuweichen, bestehen.

Der Theaterbau in Ingolstadt wurde in der Fachwelt gefeiert und als »der große Wurf« gehandelt. So gut wie alle Zeitungen lobten, dass in Ingolstadt nicht, wie erwartet, »irgendeine rechteckige Kiste« hingestellt worden war, wie landauf, landab »im Stil der Zeit« geschehen.

Intendant Eisert demissionierte bereits nach einigen Monaten. Zeitweise leitete der Ingolstädter Kulturreferent Rudolf Koller kommissarisch die Geschicke der »Öloper«, wie das neue Haus im Volksmund damals genannt wurde.

Heinz Joachim Klein (1967 – 1973)

Im Mai 1967 übernahm dann Heinz Joachim Klein die Leitung des neuen Hauses. Für seine Eröffnungsinszenierung »Die Bürger von Calais« im Herbst 1967 nutzte er erstmals die Bühne und die Hinterbühne des Theaters in voller Größe für ein Bühnenbild. Aus scheinbar unendlicher Tiefe wurde der Leichnam des Eustache de St. Pierre auf die Rampe zugetragen und ein Stadtverordneter soll damals seinem Sitznachbarn völlig erstaunt zugeflüstert haben: »Ich wusste gar nicht, dass wir ein so großes Theater gebaut haben.«

Klein eröffnete im südlichen Ausstellungsraum die »Werkstattbühne« als »Kleines Haus« des Theaters. Einmal pro Spielzeit las dort Marieluise Fleißer aus ihrer Prosadichtung. Und er brachte die Fleißer auf die Bühne des neuen Hauses, 1968 den »Starken Stamm«, 1971, zum 70. Geburtstag, »Fegefeuer in Ingolstadt« in einer Inszenierung von Heinz Engels, die bundesweite Beachtung fand.

In seinen Erinnerungen beschreibt Klein aber auch die ständige Drohung, das eigene Ensemble doch wieder aufzulösen und aus dem Stadttheater ein reines Bespielungstheater zu machen. Die vielen neuen – unerfahrenen – Mitarbeiter, die sich mühsam in Lehrgängen die Befähigung für Arbeiten holen mussten, die sie schon lange ausübten. Und den beschränkten Etat, aus »dessen Zahlen wir täglich entnehmen mussten, dass das Theater der Stadt zwar lieb war, aber nicht teuer sein durfte.«

Dennoch erreichte Klein in seiner sechsjährigen Amtszeit eine Konsolidierung des Theaters und eine allmähliche Steigerung der jährlichen Besucherzahlen.

Ernst Seiltgen (1973 – 1995)

1973 – Klein hatte seinen Vertrag mit der Stadt nicht verlängert – brachte Ernst Seiltgen das Stadttheater Ingolstadt endgültig auf Erfolgskurs.

Zuvor war Regensburg mit einem Vorschlag der Theaterfusion an die Stadt Ingolstadt herangetreten. Regensburg wollte weiterhin das musikalische Theater unterhalten, Ingolstadt solle das Schauspiel betreiben, und zwar unter der Gesamtleitung des Regensburger Intendanten. Die Verwaltung der Stadt Ingolstadt konnte jedoch bei diesem Verfahren unter dem Strich keine Einsparung entdecken, sondern erwartete angesichts der durch die wechselseitige Bespielung anfallenden Transportkosten eine nicht unerhebliche Ausgabenvermehrung auf beiden Seiten. Der Ingolstädter Stadtrat beschloss stattdessen zunächst einmal die Anstellung eines neuen Intendanten mit einem Dreijahresvertrag.

Ernst Seiltgen blieb 22 Jahre an der Spitze des Ingolstädter Theaters, eröffnete 1974 die Freilichtbühne und 1985 das Studio im Herzogskasten, ging 1995 in den verdienten Ruhestand, blieb dem Theater aber bis zu seinem Tod 2004 als Freund und Berater – und als gelegentlicher Gastregisseur erhalten. Ernst Seiltgen wurde zugleich zum ersten Ehrenmitglied des Theaters.

Wolfram Krempel (1995 – 2001)

Auf Ernst Seiltgen folgte 1995 Wolfram Krempel, zuvor Oberspielleiter am Stadttheater Bern. Er leitete das Theater höchst erfolgreich bis 2001 und eröffnete 1998 das »Theater am Turm Baur«, das heute wesentlich als Spielstätte für das Kinder- und Jugendtheater genutzt wird.
Nachdem auch Wolfram Krempel aus Altersgründen keine weitere Vertragsverlängerung mehr anstrebte, übernahm 2001 Peter Rein die Leitung des Ingolstädter Theaters.

Peter Rein (2001 – 2011)

Mit Übernahme der Intendanz durch Peter Rein fand 2001 ein Generationenwechsel statt. Zugleich wurde das Angebot im Kinder- und Jugendtheaterbereich stark ausgeweitet. Ein verstärktes Ensemble, junge Regisseure und ungewöhnliche Inszenierungen sorgten dafür, dass das Theater Ingolstadt zunehmend überregionale Beachtung fand.
Über die Intendanzen von Ernst Seiltgen, Wolfram Krempel und Peter Rein sind jeweils eigene Publikationen erschienen, die noch heute über den Buchhandel bzw. über das Theater erhältlich sind.

Knut Weber (ab 2011)

Mit der Spielzeit 2011/12 übernimmt Knut Weber die Intendanz am Stadttheater Ingolstadt. Das Theater als Kunst- und Kommunikationszentrum für die Stadt und die Öffnung für internationale Theatersprachen beschreiben die programmatische Spannweite. Kooperationen mit den Institutionen der Stadt und mit nationalen und internationalen Künstlern bereichern den eigenen Blickwinkel. Ein Schwerpunkt liegt auf der zeitgenössischen Dramatik.
Neu gegründet ist die Sparte »Junges Theater«, die unter der Leitung der Regisseurin Julia Mayr mit einem sehr ambitionierten Angebot für Kinder und Jugendliche die Arbeit mit und für diese Zielgruppe intensiviert. Eine »Junge Oper« wird ab der Spielzeit 2011/2012 sukzessive mit Kooperationspartnern in der Stadt aufgebaut.