1. Bayerisches Theatertreffen für Junges Publikum

Vom 3. bis 8. Juli 2021

 


Theater ist ein Ort für Fragen und Erlebnisse, es öffnet mit seinen Geschichten den Raum für neue Perspektiven, erzählt von Utopien, entfacht Fantasie und Möglichkeitsdenken. Das Junge Theater will ein offener Ort des Miteinanders und des Austauschs sein, der Kinder und Jugendliche durch die Auseinandersetzung mit der Kunst stärkt, unterstützt und wachsen lässt. Auch und gerade in Zeiten der Krise müssen junge Menschen die Möglichkeit zur Teilhabe an Kunst und Kultur bekommen. Doch die Pandemie trennt das Theater nun schon sehr lange von seinem jungen Publikum und die Krise zeigt nur umso deutlicher, wie unterschiedlich die Chancen auf (kulturelle) Bildung und gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland verteilt sind. In der Hoffnung auf einen besseren Sommer, freut sich das Junge Theater Ingolstadt sehr darauf, wenn es seinem Publikum Anfang Juli ein einmaliges Theaterprogramm für Kinder, Jugendliche und Familien bieten kann.

Vom 3.- 8. Juli 2021 findet »SÜDWIND - 1. Bayerisches Theatertreffen für junges Publikum« am Stadttheater Ingolstadt statt.
SÜDWIND ist ein Pilotprojekt. Zum ersten Mal erhält das Kinder- und Jugendtheater in Bayern sein eigenes Festival, welches fortan biennal und im Wechsel mit den Bayerischen Theatertagen in verschiedenen bayerischen Städten ausgetragen wird. Eine Fachjury aus bundesweit etablierten Kinder- und Jugendtheatermacher*innen stellt in diesem Jahr für Ingolstadt aus über 40 Bewerbungen freier Gruppen, Stadt- und Landestheater Bayerns, acht bemerkenswerte Inszenierungen zusammen. Diese werden auf der Bühne des Großen Hauses, im Kleinen Haus, sowie auf der Werkstattbühne des Jungen Theaters zu sehen sein. Eine Auswahl impulsgebender Gastspiele ergänzt das hochkarätige Theaterprogramm, welches mit seinen vielfältigen Rahmenangeboten in die gesamte Stadt hineinreichen wird. Kooperationen mit weiteren Kulturinstitutionen wie dem KAP 94, dem Kulturzentrum neun oder dem Kunstzentrum Besondere Menschen werden geplant. Theater und Performances an öffentlichen Orten und in Stadtvierteln außerhalb des Zentrums wollen auch diejenigen begeistern, die bisher wenig mit Theater in Berührung gekommen sind. Wem in dieser Zeit wilde Tänzer*innen, übergroße Puppen oder groovige Musik für Groß und Klein auf den Straßen Ingolstadts begegnet, sollte sich nicht wundern. SÜDWIND will nicht nur ein Theaterfestival für sondern auch mit Kindern und Jugendlichen sein: Schulklassen aller Jahrgänge und Schularten können das Festival besuchen. Bereits weit im Vorfeld der Festivalwoche sind Kinder und Jugendliche gefragt, SÜDWIND zu ihrem eigenen Festival zu machen und tatkräftig mitzugestalten. Verschiedene Festival-Crews kümmern sich um unterschiedliche Aspekte der Ausrichtung, gestalten die Eröffnung und weitere Programmpunkte mit eigenen kreativen Beiträgen. Es sind als rasende Reporter*innen unterwegs und berichten brandaktuell über die Geschehnisse des Festivals, sie übernehmen als Festivalguides betreuende Verantwortung für die anreisenden Künstler*innen, wählen als Kinder- oder Jugendjury die für sie spannendste Inszenierung und geraten so in hautnahen Kontakt mit allem, was Theater bedeutet. Für die bayerischen Kinder- und Jugendtheatermacher*innen ist dieses Festival auch ein Arbeitstreffen, um über die eigene künstlerische Arbeit im Spannungsverhältnis zu aktuellen Themen der Kulturellen Bildung ins Gespräch zu kommen. Die Teilhabe am kulturellen und künstlerischen Leben für alle Menschen ist kein Privileg, sondern ihr Recht. Unter dem Arbeitstitel »Taking part!?« werden Fragen der Partizipation zum leitenden Thema: Was braucht ein Theater der Zukunft, damit alle sich darin wiederfinden?

Was für ein Theater wollen wir eigentlich unter welchen Bedingungen machen bzw. erleben?
Wie lässt sich der inhaltliche, strukturelle und institutionelle Wandel zu einem offenen, für alle zugänglichen Theater gestalten? An Runden Tischen, in Workshop-Formaten, in Panels und Diskursforen erörtern die Theaterpraktiker*innen gemeinsam mit Expert*innen aus den Bereichen Diversity und Inklusion, mit Vertreter*innen aus der Stadt und allen am Thema Interessierten die aktuelle Situation der Darstellenden Künste für junges Publikum in Bayern. Erfahrungen, Wünsche und Möglichkeiten können geteilt und mögliche Maßnahmen zur Abschaffung existierender Barrieren im Kulturbetrieb entwickelt werden. Sie diskutieren wie Diversität und Inklusion fester Bestandteil der bayerischen Kinder- und Jugendtheater werden kann. Für ein Theater der Zukunft für und mit allen!

Hier finden Sie ein spannendes Interview mit Julia Mayr und Paul Voigt zum Festival.


SÜDWIND-Team:
Julia Mayr (Künstlerische Leitung), Paul Voigt (Organisationsleitung), Linda Göllner (Organisation), Kai Schmidt (Sponsoring/Marketing), Ines Gänsslen (Öffentlichkeitsarbeit),
Teresa Gburek (Rahmenprogramm, Partizipation), Chiara Hunski (Organisation), Manuela Weilguni (künstlerisch-technisch Produktionsleitung) Nele Matthies (Ausstattung), Anika Maßmann (FSJ), Momo Mosel (Organisation), Anna Racz (FSJ), Magdalena Rozniakowska (Partizipation), Bernadette Wildegger (Partizipation), Katharina Wüstling (Partizipation)

Kontakt
Telefon: 0841-305 47 232
E-Mail: suedwind@ingolstadt.de


Partner und Unterstützer:
Arbeitskreis Kinder- und Jugendtheater Bayern, Deutscher Bühnenverein Landesverband Bayern, Geheime Dramaturgische Gesellschaft, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, ASSITEJ – Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche,
Kessel AG


Die Auswahl steht


Für SÜDWIND, gleichermaßen ein Theaterfestival für junges Publikum und ein Arbeitstreffen des Arbeitskreises der Kinder- und Jugendtheater Bayerns, verwandelt sich vom 3. bis 8. Juli 2021 ganz Ingolstadt in eine riesige Theaterbühne. Nun wurde die Auswahl der Produktionen und somit der teilnehmenden Theater getroffen:

Bei einer Anzahl von 40 Bewerbungen freier Gruppen, Stadt- und Landestheater Bayerns hat die Fachjury die für sie acht bemerkenswertesten Inszenierungen ausgewählt. Die Bandbreite der Theaterformen ist sehr vielfältig und bietet ein weitgefächertes Spektrum in Form, Ästhetik und Inhalt: Der Bogen wird vom Dokumentartheater zum Autorenstück über eine Tanztheaterproduktion bis zu einem »szenischen Manifest« gespannt. Ein interaktives Experiment findet sich ebenso in der Auswahl wie ein Schauspiel für Gehörlose und Hörende sowie Figurenund Objekttheater. Angefangen von Stücken für die kleinen Zuschauer*innen bis hin zu Produktionen für Jugendliche, zeigt das Programm passende Inszenierungen für jedes Alter.

Leitgedanke des Festivals ist es, kulturelle Teilhabe möglichst allen Menschen zu ermöglichen und Barrieren abzubauen. Mit einem diversitätsensiblen Blick wurden Produktionen ausgewählt, die Themen wie Ausgrenzung, Identitätsfindung und Machtverhältnisse spielerisch aufgreifen und darüber zur Eigenreflexion anstoßen. Somit verspricht das Programm sowohl diskussionsanregende als auch unterhaltsame Theatermomente.

 

Die eingeladenen Inszenierungen für das Südwindfestival 2021 im Überblick:

Theater Mummpitz
Paula und die Leichtigkeit des Seins
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Zoran Drvenkar
Regie: Andrea Maria Erl, Bühne: Maria Pfeiffer, Kostüm: Andre Schreiber, Musik/Komposition: Ozgur Kantar

Eine Geschichte über Körperbilder und Selbstbestimmung nach dem gleichnamigen Kinderbuch von
Zoran Drvenkar ab 6 Jahren

 

Thalias Kompagnons
Wenn Ferdinand nachts schlafen geht
Regie: Iwanowa Jera & Thalias Kompagnons, Musik/Komposition: Peter Fulda

Eine musikalische Bildergeschichte für Kinder und andere Traumtänzer*innen
von und mit Joachim Torbahn und Tristan Vogt ab 5 Jahren

 

Tanzbüro München
Schön Anders
Künstlerische Leitung, Choreographie, Tanz: Ceren Oran
Choreographie und Tanz: Roni Sagi
Tanz: Maria Casares González, Jin Lee, Jovana Zelenović
Musik, Komposition: Benny Omerzell, Kostüm: Sigrid Wurzinger
Mentoring: Moos van den Broek
Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro

Ein Tanzstück für Kinder ab 6 Jahren, das von der Reibung zwischen Ich und der Welt erzählt.

 

Schauburg München
Alarm im Streichelzoo
Inszenierung: Ariel Doron, Dramaturgie: Anne Richter,
Theaterpadagogik: Till Rolle
Ausstattung: Anni-Josephine Enders
Ensembleproduktion der Schauburg München ab 8 Jahren.

Mäuse, Meerschweinchen oder Hamster lassen sich gut in Kinderzimmern halten. Durch sie werden
die jungen Besitzer*innen zu stolzen Tierpfleger*innen und fantasievollen Dompteuren und Dompteusen,
bis diese das Interesse verlieren.
 

Theater Regensburg
Satelliten am Nachthimmel
von Kristofer Blindheim Grønskag (*1984)
aus dem Norwegischen von Nelly Winterhalder
Regie: Maria-Elena Hackbarth, Bühne: Britta Langanke
Kostüme: Britta Langanke, Musik/Komposition: Christian Kuzio
Dramaturgie: Kathrin Liebhauser

Ein berührendes Stück über die Weltwahrnehmung ab 10 Jahren

 

Henrike Iglesias
Fressen
Performance: Sophia Schroth, Marielle Schavan, Laura Naumann
Licht- und Videodesign: Eva G. Alonso, Musik & Sounddesign: Malu Peeters
Bühne: Anna Fries & Eva G. Alonso, Kostüme: Mascha Mihoa Bischoff
Dramaturgie: Anna Gschnitzer, Produktion: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

In dieser Kochshow tischen die Performerinnen dem Publikum die gesellschaftliche Obsession mit
dem Thema Essen auf, und verschlingen dabei, was sich ihnen in den Weg stellt. Ab 15 Jahren

 

Landestheater Schwaben
EIN DEUTSCHES MÄDCHEN
Nach der gleichnamigen Autobiografie und Austeigerbuch von
Heidi Benneckenstein
Regie: Mirko Böttcher, Bühne/Kostüm: Marie Wildmann
Musik/Komposition: Alexander Holtsch, Dramaturgie: Anne Verena Freybott

Mirko Böttcher zeigt mit Heidi Benneckensteins Bestseller Kindheit, Jugend und Ausstieg aus einer
Neonazi-Biographie. Ab 13 Jahren
 

Stadttheater Fürth
Hinterm Haus der Wassermann
Schauspiel für Gehörlose und Hörende
nach dem Märchen von Gudrun Pausewang
Regie: Inszenierung: Jochen Strodthoff, Ausstattung: Angela Loewen,
Komposition/ Live-Musik: Bettina Ostermeier, Spiel: Panja Rittweger, Kassandra Wedel

Schauspiel für Gehörlose und Hörende nach dem Märchen von Gudrun Pausewang ab 4 Jahren

 

Außer Konkurrenz


Theaterakademie August Everding
Wir sind noch einmal davon gekommen
Regie/Bühne: Marcel Kohler
Kostüme: Natalie Soronko, Dramaturgie: Peter Sampel
Digitale Konzeption und Videodesign: Thilo David Heins

Ein Theaterstück via Videokonferenz von Thornton Wilder, das durch den Zweiten Weltkrieg geprägt
ist, wie ihn die Amerikaner erlebt haben. Ab 14 Jahren
 

 

Lobende Erwähnung


Theater Traummaschine
Hirn der Finsternis
Konzept und Umsetzung: TRAUMMASCHINE Inc. GbR
Kostüme: Katrin Rieber
Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro

In ihrem neuen Projekt bereisen die Traummaschinist*innen das Hirn eines dementen Kapitäns und
haben für diese Unternehmung ein besonderes Gelände in München ausfindig gemacht. Ab 8 Jahren
 


1 Eigenproduktion des Jungen Theater des Stadttheater Ingolstadt


Kuration:
Julia Dina Heße (Regisseurin/Dramaturgin, Hessen), Julia Mayr (Leitung Junges Theater Ingolstadt),
Kristo Šagor (Regisseur/Autor/Leiter Junges Theater
Konstanz), Paul Voigt (Mediendramaturg, Stadttheater Ingolstadt)